11.09.2007 Evangelische Kirche muss sich von Annette Purbst verabschieden

Gottesdienst und Empfang für die Gemeindepädagogin im Zentrum für Soziale Psychatrie in Heppenheim. „Sei behütet auf deinen Wegen. Sei behütet auch mitten in der Nacht“, mit dem Lied von Clemens Bittlinger verabschiedete Pfarrerin Andrea Fröhlich am Samstag die Gemeindepädagogin in der Psychatrieseelsorge, Annette Purbst. Purbst war vom Evangelischen Dekanat Bergstraße angestellt für die Seelsorgearbeit in der Heppenheimer Psychatrie. Nach fast zwei Jahren im Zentrum für Soziale Psychatrie Bergstraße (ZSP) wird die junge Frau ihren Weg in Südengland weitergehen.

Kollegen, Ehrenamtliche und Patienten nutzten den Gottesdienst und den Empfang, um Purbst alles Gute für die Zukunft zu wünschen und ihr für die Arbeit zu danken, die sie geleistet hat. Dekanin UlrikeScherf sagte der Gemeindepädagogin schon im Vorfeld, dass sie sie nicht gerne gehen lasse und bei ihrem Grußwort erklärte sie auch weshalb. Purbst habe die Arbeit sehr ernst und wichtig genommen und viel Herzblut investiert. Dafür gebühre ihr der herzliche Dank. Purbst selbst nutzte die letzte Gelegenheit, um den ehrenamtlichen Mitarbeitern zu danken, ohne die die Arbeit gar nicht möglich sei.

Pfarrerin Fröhlich ist klar, dass Verabschieden zum Leben dazu gehört. Sie nahm in ihrer Predigt den Satz aus Psalm 31, Vers 9 auf. „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“, heißt es da. Eine Zeile, die auch zum Lied vertont wurde. Fröhlich sprach sehr persönlich. Sie sehe darin einen Raum, indem sie viel Licht erlebe, einen Raum, der einem Freiheit gebe. In der Arbeit der Gemeindepädagogin im ZSP haben die Patienten Purbst immer wieder an ihrem Leben teilhaben lassen. „Durch diese Offenheit war es Dir leicht gemacht worden“, leicht auch selbst neue Wege zu gehen. So hat Purbst beispielsweise in diesen zwei Jahren stricken gelernt und vielen anderen Menschen Raum gegeben. Auch Pfarrerin Fröhlich selbst verlieh sie mit diesem Raum Freiheit und Kraft, mit weniger Bedenken zum Computerkurs zu gehen. Und Purbst habe diesen Raum eben auch genutzt. Sie hat sich für einen neuen Weg entschieden, einen Weg in die Ferne und Gott wird sie dabei begleiten. „Vertraut den neuen Wegen“ hieß deshalb auch das Lied im Anschluss.

Dekanin Scherf betonte nicht nur die tolle Arbeit, die Purbst geleistet habe, sondern auch, wie wichtig der Evangelischen Kirche die Stelle beim ZSP ist. Deshalb wolle das Dekanat die Stelle auf jeden Fall wieder besetzen. Neben einer halben Pfarrstelle, die Pfarrerin Fröhlich wahrnimmt, stellt das Dekanat eine weitere halbe Stelle im Bereich der Seelsorge zur Verfügung. „Wir hoffen, dass bei der räumlichen Gestaltung auch die evangelische Seelsorge berücksichtigt wird“, so die Dekanin. Sie bezog sich dabei auf den geplanten Neubau des Zentrums und hoffte, dass die evangelische Kirche auch künftig zum Profil ihrer Einrichtung betragen kann. Auch Christel Fuchs vom Dekanatssynodalvorstand bedauerte das Gehen der jungen Frau und betonte ebenso die Bedeutung der Arbeit für das Dekanat. Auch von Seiten der Klinik habe sie nie etwas anderes gehört.

Für die Klinik war Anke Berger-Schmitt, die Betriebsleiterin des ZSPs da und auch Claus-Peter Riebel, der Akkordeonspieler des Café Freitag nahm Abschied. Dr. Achim Monninger, Arzt im ZSP begleitete den Gottesdienst und den anschließenden Empfang mit Klaviermusik.