28.05.2007 Globalisierung anderer Art - Ökumenische Taizé-Fahrt über Pfingsten

Dass das Zusammentreffen von Menschen fremder Herkunft, verschiedener Kulturen, unterschiedlicher Glaubensprägungen und Sprachen kein Hindernis für gute Begegnungen sein muss, zeigte sich über die Pfingsttage erneut auf dem Hügel von Taizé. Eine Gruppe von 35 Jungendlichen aus der Region Bergstrasse/Odenwald nahm an diesem europäischen Jugendtreffen teil als Gäste der ökumenischen Kommunität Taizé im französischen Burgund. Die Unterbringung im „Null-Sterne-Hotel“ in einfachen Häusern oder Zelten, bei Erbsen mit Speck, Wasser und Brot unter heiterem Himmel schien die Jugendlichen offensichtlich zu beflügeln, auf für sie Wichtigeres zu schauen, nämlich: junge Leute kennen lernen, Franzosen, Belgierinnen, Schweizer und Mädchen aus Kronberg oder Jungs aus Russland und den USA. Hier fand ein „Globalisierungstreffen“ ganz anderer Art statt.

Dass dabei schon die gemeinsame Suche nach den Quellen des Lebens - wie es in Taizé heißt - verbindet und erst recht die Sprache des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung gesprochen, gehört und gesungen in den typischen einfachen Kehrversen, war beeindruckend. Und das nicht nur in den dreimal täglichen Gebetszeiten in der großen und vollen Kirche gemeinsam mit den Brüdern, sondern auch bei den morgendlichen Treffen in kleineren Gruppen, in den Gesprächen anhand einiger Verse der Bibel im Zusammenspiel mit aktuellen Fragen der Jugendlichen, beim gemeinsamen Spülen für rund dreitausend Jugendliche und der anschließenden Wasserschlacht, oder bei den Workshops am Nachmittag, in denen etwa den Fragen nachgegangen wurde: Wie kann ich besser mit meiner Zeit umgehen? - Was bedeutet eigentlich das Abendmahl? - Wie kann Kunst mir in meiner religiösen Suche helfen oder wie kann ich selbst mein Innerstes kreativ ausdrücken?

„Die Zeit war zu kurz. Wir haben Leute kennen gelernt und jetzt fahren wir schon wieder ab“, so die Meinung von Simon aus Birkenau, und andere stimmen ihm auf dem Platz vor der Kirche zu. Adressen werden ausgetauscht, Freunde zum Abschied umarmt und Verabredungen getroffen: „Im nächsten Jahr sehen wir uns wieder!“

Einige der Jugendlichen meldeten sich bereits auf der Heimreise für die Fahrt nach Taizé im kommenden Jahr bei Dekanatsjugendpfarrer Renatus Keller an. Er bietet dann die Teilnahme an diesem begehrten Jugendtreffen in Taizé zum vierten Mal in Folge für das Evangelische Dekanat Bergstrasse an.
„Auch wenn der Geist von Taizé nicht einfach in Flaschen mit zu nehmen war und die Atmosphäre in der Kirche ohne Stühle und Bänke und dem einladenden Licht nicht nachzuahmen ist, gibt es doch auch hier Orte und Zeiten, an denen man sich zu einem Taizé-Gebet einfinden kann und dazu herzlich willkommen ist“ – so Pfarrer Keller, der sich mit den acht Jugendlichen aus Heppenheim einig ist, dass in Heppenheim demnächst ein ökumenisches Taizé-Gebet stattfinden soll. Erste Gespräche hat es bereits mit den Geistlichen der Kirchengemeinden Erscheinung des Herrn und der Christuskirchen-Gemeinde gegeben mit dem Ergebnis, dass nach der Sommerpause im Wechsel in die beiden Kirchen zu einem Taizé-Gebet eingeladen werden soll.

Weitere Infos:
Renatus Keller, Pfarrer für Ökumene und Mission im Evangelischen Dekanat Bergstrasse,
Tel. 06251 / 770262, keller@haus-der-kirche.de