07.05.2007 Erste Hilfe für die Seele - Neue Notfallseelsorger in Festgottesdienst beauftragt

Mit einem Festgottesdienst in der Evangelischen Kirche in Birkenau wurden letzte Woche sieben neue Notfallseelsorger/innen in ihren Dienst eingeführt. Beauftragt wurden fünf Männer und zwei Frauen aus unterschiedlichen Berufen, die in Seminaren und Praktika zu ehrenamtlichen Notfallseelsorger/innen ausgebildet wurden. Künftig werden auch sie bereit stehen, wenn Menschen im Kreis Bergstraße durch einen plötzlichen Todes- oder Unglückfall in Not geraten.
Wie wichtig diese Aufgabe ist, machte die Koordinatorin der Notfallseelsorge Bergstraße, Pfarrerin Barbara Tarnow, in ihrer Ansprache deutlich. In Bezugnahme auf ein Gedicht von Rainer Maria Rilke über „Engel“ sagte Tarnow: „Notfallseelsorger sind schon für manchen zum Engel geworden.“ Es sei ein überaus segensreicher Dienst, sich „mitten aus dem Alltag, ja mitten aus dem Schlaf reißen zu lassen“, um sich auf das Leid anderer Menschen einzulassen. Eine Aufgabe, für die die Notfallseelsorger selbst auf Segen angewiesen sind. Der wurde ihnen zugesprochen von Dekanin Ulrike Scherf (Evangelisches Dekanat Bergstraße), Dekan Hans-Georg Geilersdörfer (Katholische Dekanate an der Bergstraße) und Pastor Andreas Nieporte (Evangelische Freikirche Christus-Zentrum Bergstraße). Anschließend wurden die neuen Notfallseelsorger ausgestattet mit Dienstausweisen, den blauen Notfallseelsorge-Jacken und je einem „Startpacket“ mit wichtigen Utensilien für den Einsatz.

Bildunterschrift:
Dekanin Ulrike Scherf, Dekan Hans-Georg Geilersdörfer und Pastor Andreas Nieporte (Mitte), sowie Pfarrerin Barbara Tarnow (links) und Dekanatsreferent Stephan Volk (rechts) mit den neu beauftragten und in die reflektierenden Jacken gekleideten Notfallseelsorger/innen für den Kreis Bergstraße (vlnr): Pfarrer Dominik Kanka (Bensheim-Schwanheim), Christa Will (Bensheim), Dr. Carsten Schneider (Hirschhorn), Kaplan Christian Rauch (Lorsch), Gemeindereferent Michael Held (Bürstadt), Pfarrerin Edith Unrath-Dörsam (Birkenau), Pastoralreferent Hans-Peter Kohl (Bensheim).

Hintergrund:
Das Team der Notfallseelsorge ist bereit, für Menschen da zu sein, wenn diese plötzlich und unerwartet dem Tod begegnen: Ein Mann verunglückt auf dem Weg nach Hause. Eine Frau bricht in der Wohnung zusammen und der Rettungsdienst kann sie trotz aller Bemühungen nicht am Leben erhalten. Da stirbt ein Kind oder es setzt ein Mensch seinem Leben das Ende. Auf einmal brennt ein Haus oder auf einer Baustelle geschieht ein Unfall. Der Tod hat viele Gesichter und immer wieder bricht er von einer Minute zur anderen in das Leben ein.
Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger helfen die ersten besonders schrecklichen Stunden zu überstehen. Sie halten den Schmerz mit aus, sie helfen Angehörige zu verständigen, sie stellen Kontakte her, begleiten ins Krankenhaus oder ermöglichen einen würdevollen Abschied von den Verstorbenen. Die Notfallseelsorge kann über die Leitstelle Tag und Nacht vom Rettungsdienst, der Polizei und Feuerwehr alarmiert werden.