28.03.2007 Tansanische Christen zu Gast an der Bergstraße - Empfänge im Haus der Kirche und im Landratsamt

Ganz ungewohnte Klänge waren am vergangenen Donnerstag im Foyer des Heppenheimer „Haus der Kirche“ zu hören. Afrikanische Kirchenlieder auf Suaheli, begleitet von Rhythmus-Instrumenten und tänzerischen Einlagen. Anlass war der Besuch einer Delegation aus Tansania im Evangelischen Dekanat Bergstraße. Sieben junge Christen zwischen 17 und 27 Jahren und ihr 51-jähriger Leiter Harry Sinjela aus Itumba sind bis Mitte April zu Gast an der Bergstraße. Und so wurden sie einen Tag nach ihrer Ankunft in Deutschland von Dekanin Ulrike Scherf und Pfarrer Dr. Hansjürgen Günther herzlich begrüßt. Günther hat eine besondere Beziehung nach Tansania. Denn seit 17 Jahren unterhält er zusammen mit vielen ehrenamtlich Engagierten im Auftrag der Evangelischen Kirchengemeinde Seeheim und des Evangelischen Dekanates Bergstraße eine Partnerschaft mit Tansanischen Christen, genauer mit der „Moravien Church South Tanzania“. Diese Partnerschaft umfasst einen regen Briefkontakt, regelmäßige finanzielle Unterstützungen der deutschen Christen und hin und wieder auch mal ein persönlicher Besuch.

Die Tansanier sind das erste Mal in Deutschland und haben Mühe, die vielen neuen Eindrücke zu verarbeiten. Sind doch die kulturellen und finanziellen Unterschiede ähnlich groß wie die klimatischen. Während Einheimische dieser Tage das warme Frühlingswetter genießen, sind die Tansanier froh über dicke Daunenjacken zum Schutz vor der Kälte. So hat eben jeder Mensch seinen ganz eigenen Erfahrungshintergrund. Doch genau das macht nach Meinung Günthers den Reichtum solch einer Partnerschaft aus. Dass Menschen aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt ihre Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen.

In seiner Rede betonte Günther, dass Christsein ganzheitlich zu verstehen sei. Keineswegs gehe es im christlichen Glauben nur um eine spirituelle Seite. Gelebtes Christentum umfasse ganz selbstverständlich auch soziale, gesellschaftliche und politische Fragen. Die Partnerschaft zwischen den Herrnhuter Christen aus Tansania und der Evangelischen Kirche an der Bergstraße sei ein Ausdruck gegenseitiger Verantwortung. Beide Seiten können nach Meinung Günthers voneinander profitieren.
Was europäische von afrikanischen Christen lernen können, wurde an den Grußworten der Tansanier und deren Liedbeiträgen deutlich. In erfrischender und einfacher Weise sprechen und singen sie von ihrem Glauben. Ein Glaube, der – wie Harry Sinjela betonte - in alle Lebensbereiche hineinwirkt.

Im Anschluss an die Feierlichkeiten im Haus der Kirche waren die afrikanischen Gäste noch ins Landratsamt eingeladen. Kreisbeigeordneter Gottlieb Ohl hieß die jungen Tansanier auch im Namen von Landrat Matthias Wilkes an der Bergstraße willkommen und vermittelte ihnen in englischer Sprache einige kurzweilige Informationen über die Region Bergstraße. Dabei überraschte Ohl auch mit großer Detailkenntnis über Tansania und die dortigen Lebensverhältnisse. Die Gäste bedankten sich für den freundlichen Empfang auch dort mit einem tansanischen Kirchenlied. Die schönen Klänge und die in die Beine gehenden Rhythmen hallten bei offener Tür durch die Gänge und werden so manchem Mitarbeiter des Landratsamtes den Tag verschönert haben.

Für die Tansanier war das erst der Auftakt einer Vielzahl von Terminen. Bis zum 18. April ist der Kalender prall gefüllt mit Ausflügen, Gottesdiensten, Empfängen und Begegnungen mit deutschen Jugendlichen. Das genaue Programm ist im Internet einzusehen unter www.unserprogramm.de.vu, einer extra zu diesem Anlass entstandenen Seite. Dort lassen sich viele Gelegenheiten entdecken, die jungen Christen aus Tansania einmal live zu erleben.

Bild1: Dekanin Ulrike Scherf und Pfarrer Dr. Hansjürgen Günther (rechts) begrüßen die jungen Christen aus Tansania unter Leitung von Harry Sinjela (neben Scherf) mit ihren deutschen Gastgebern im Haus der Kirche.