04.03.2007 Über Jahrhunderte hinweg die Gesellschaft prägen - Ausstellungseröffnung im Haus der Kirche

„In Deutschland gibt es viel privates Kapital.“ Dieser Umstand wurde gleich mehrfach festgestellt bei der Eröffnung der Ausstellung „Stiften tut gut“ am Sonntagabend im Haus der Kirche in Heppenheim. Angeblich acht Billionen Euro seien in der Bundesrepublik privat vorhanden. Eine unvorstellbar große Zahl für Rüdiger Bieber von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), den Koordinator dieser Ausstellung. „Das ist, so habe ich mir sagen lassen, eine Zahl mit zwölf Nullen“ erläuterte er augenzwinkernd. Und der ehemalige Darmstädter Oberbürgermeister Günther Metzger machte darauf aufmerksam, dass der Staat im Jahre 2006 über drei Milliarden Euro Erbschaftssteuer eingenommen hat. „Es gibt also viel zu vererben“, so Metzger. Und bei immer weniger Kinder in Deutschland stelle sich da schon manchmal die Frage: „Wohin mit dem Erbe?“

Nicht nur Menschen mit großem Vermögen ist es wichtig, dass sie ihr Geld sinnvoll und nachhaltig anlegen. Stiftungen sind da seit vielen Jahrhunderten eine gute Möglichkeit. Das signalisiert jedenfalls die von Rüdiger Bieber zusammengestellte Ausstellung im Haus der Kirche. Auf ansprechende und kurzweilige Weise werden unterschiedliche Beispiele gezeigt, wie Stiftungen zum Teil seit Jahrhunderten schon in die Gesellschaft hineinwirken. Wie sie das tun, brachten neben Oberbürgermeister a. D. Günther Metzger auch drei Vertreter von unterschiedlichen Stiftungen beispielhaft zum Ausdruck. Dieter Kolb von der Heinrich-Vetter-Stiftung, Axel Rothermel von der Stiftung Orbishöhe und Jörg Schmidt von der Karl-Kübel-Stiftung wurden von Dekanin Ulrike Scherf zu ihren Erfahrungen befragt. Deutlich wurde dabei, dass viele Initiativen und Einrichtungen unserer Gesellschaft nur durch die großzügige Unterstützung durch gemeinnützige Stiftungen überleben können.

Mit einer Stiftung lässt sich also viel Gutes tun. Und zwar exakt so, wie der Stiftungsgründer das bestimmt hat. Name und Anliegen eines Gründers können über Jahrhunderte hinweg mit finanziellen Zuwendungen verbunden sein. Denn das Anfangskapital erwirtschaftet weiteres Kapital, das auch lange Zeit nach der Gründung immer noch satzungsgemäß eingesetzt werden kann und muss. Ein gutes Gefühl für jemanden, der mit seinem Geld in der Gesellschaft etwas Positives bewirken will.

Dieses gute Gefühl will die Ausstellung vermitteln. Deshalb freuten sich Präses Axel Rothermel und Dekanin Ulrike Scherf vom Evangelischen Dekanat Bergstraße auch darüber, dass es möglich war, diese Ausstellung im Haus der Kirche zu zeigen. Beide äußerten sie den Wunsch, dass durch die Ausstellung Menschen inspiriert werden, eigene Stiftungen zu gründen. Denn, so die einhellige Meinung des Sonntagabends: „Stiften tut gut!“


Bildunterschrift:
Die Schauspielerin Iris Stromberger stellte bei der Eröffnung der Ausstellung „Stiften tut gut“ eine Friedberger Adelige dar, die sich im Gespräch mit Rüdiger Bieber darüber freute, dass auch 300 Jahre nach ihrem Tod die von ihr gegründete Stiftung nach wie vor existiert und in ihrem Sinne wirkt.


Hinweis:
Die Ausstellung „Stiften tut gut“ ist noch bis einschließlich Donnerstag, den 8. März, von 10.00 bis 19.00 Uhr im Haus der Kirche in Heppenheim, Ludwigstraße 13, zu bewundern. Anschließend geht die Ausstellung in die Evangelische Michaelsgemeinde nach Bensheim, wo sie noch einmal für eine Woche zu sehen sein wird.
Weitere Informationen zur Ausstellung „Stiften tut gut“ sind erhältlich im Haus der Kirche bei Anke König (Tel. 06252 / 6733-12, Email: koenig@haus-der-kirche.de) oder im Internet unter www.bergstrasse-evangelisch.de.