01.02.2007 Kirche arbeitet eng mit Landkreis zusammen - Neugegründeter Arbeitskreis Bleiberecht an der Bergstraße

„Für das Engagement der Kirchen in Bezug auf das Bleiberecht sind wir sehr dankbar“, betonte Landrat Matthias Wilkes und fügte hinzu: „Wir stehen in den Belangen des Bleiberechts miteinander in engem Kontakt.“ Damit brachte Wilkes bei einer Pressekonferenz im Heppenheimer Landratsamt Anfang Februar zum Ausdruck, dass der Umgang mit Menschen, die seit vielen Jahren in Deutschland leben, seiner Auffassung nach „eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ ist.

Es gehe bei diesem Thema um das Schicksal von Menschen, die über einen langen Zeitraum hinweg von Abschiebung bedroht sind. Viele der Betroffenen hätten in Deutschland längst wirtschaftlich und sozial Fuß gefasst. Daher kann es nach Meinung Wilkes niemanden ungerührt lassen, wenn beispielsweise eine Familie, die seit vielen Jahren in Deutschland lebe, deren Kinder sogar hier geboren seien, einer ungewissen Zukunft entgegensieht.

Deswegen ist der Landrat - wie viele andere mit dem Thema befasste Menschen - schon länger der Meinung, dass es besondere Regelungen geben muss für diejenigen, die über einen langen Zeitraum hinweg in Deutschland ihre neue Heimat gefunden und sich längst in die deutsche Gesellschaft integriert haben.

Auch die Bundesregierung hat das Problem inzwischen erkannt. So beschloss im vergangenen November die Innenministerkonferenz eine Bleiberechtsregelung zugunsten ausländischer Staatsangehöriger. Jetzt können ausreisepflichtige Ausländer, wenn sie gewisse Voraussetzungen erfüllen, eine Aufenthaltserlaubnis erhalten. Allerdings ist diese Regelung befristet bis zum 30. September diesen Jahres.

Um zu klären, welche im Kreis Bergstraße wohnenden Personen in den Genuss dieser Regelung kommen können, und um sie insbesondere bei der Erlangung eines Bleiberechts zu unterstützen, wurde nun zu Beginn diesen Jahres ein Arbeitskreis Bleiberecht gegründet. Darin vertreten sind neben Mitarbeitern der Kreisverwaltung auch Vertreter der beiden Kirchen.

Auf der Pressekonferenz informierten dann auch neben Landrat Wilkes und Friedrich Mischke (Leiter des Ausländer- und Migrationsamtes) sowohl Edith Unrath-Dörsam und Dekanin Ulrike Scherf für die Evangelische Kirche als auch Hannelore Lehnard (Leiterin des Caritas-Migrationsdienstes) und Dekan Thomas Groß für die Katholische Kirche an der Bergstraße über ihre Erfahrungen.

Dabei wurde deutlich, dass die seit Jahren bestehende Zusammenarbeit zwischen kirchlichen und politischen Kräften gute Früchte trägt. Dank der Vorerfahrungen habe der Arbeitskreis schnell und effektiv mit der Arbeit begonnen, um möglichst viele Menschen Unterstützung erfahren zu lassen.

Nähere Informationen zu diesem Thema gibt es bei Pfrn. Edith Unrath-Dörsam, Referentin für Gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Dekanat Bergstraße, Tel. 06252 / 6733-43, Email: unrath-doersam@haus-der-kirche.de.

Bildunterschrift: Landrat Matthias Wilkes (vorne rechts) und Friedrich Mischke (Leiter des Ausländer- und Migrationsamtes, vorne links) informieren auf der Pressekonferenz über den Umgang mit dem Thema Bleiberecht an der Bergstraße und wird dabei unterstützt von Hannelore Lehnard (Leiterin des Caritas-Migrationsdienstes), Pfarrerin Edith Unrath-Dörsam (Fachbereich Gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Dekanat Bergstraße), Dekanin Ulrike Scherf (Evangelisches Dekanat Bergstraße) und Dekan Thomas Groß (Katholisches Dekanat Bergstraße Mitte).