12.12.08 Abgeltungssteuer: keine Mehrbelastung für Kirchenmitglieder

 

Eine Neuregelung beim Einzug der Kirchensteuer auf Zinseinnahmen sorgt für Verunsicherung bei Kirchenmitgliedern – auch im Evangelischen Dekanat Bergstraße.

Durch die Abfrage der Konfession auf Formularen, die Banken und Sparkassen dieser Tage an alle Inhaber von Konten versandt haben, ist bei einigen der  Eindruck entstanden, die neuen Steuerregelungen brächten für Kirchenmitglieder zwangsläufig finanzielle Mehrbelastungen mit sich.

„Dies ist nicht der Fall“, versichert der Vorsitzende des Dekanatsynodalvorstands, Präses Axel Rothermel, der selbst im Bankgewerbe tätig ist.  Kirchenmitglieder haben ab dem nächsten Jahr die Wahlmöglichkeit.  Entweder die Bank behält die Kirchensteuer auf Kapitalerträge ein und führt sie dann an das Finanzamt ab oder die Festsetzung der Kirchensteuer auf Kapitalerträge erfolgt über die Steuererklärung. „Damit gibt es zwei Varianten, wie die so genannte Zinsabschlagsteuer eingezogen werden kann“, erläutert Präses Rothermel. „An der Höhe des Kirchensteuersatzes ändert sich aber durch die Abgeltungssteuer nichts“.

Wie andere Einkünfte müssen Zinserträge aus Vermögen bislang auch schon versteuert werden. Ab 2009 erfolgt dies pauschal mit 25 Prozent. Die Kirchensteuer beläuft sich lediglich auf neun  Prozent dieses Steuerbetrags. Das bedeutet zum Beispiel: pro 1000 Euro Vermögen bei einer Verzinsung von 4% beträgt die Kirchensteuer weniger als einen Euro.
Durch die pauschale Abgeltungssteuer ab kommendem Jahr können manche Steuerzahler sogar mit Vergünstigungen rechnen. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) erwartet deshalb künftig nicht unerhebliche Einbußen.

„Die Kirchenmitglieder sollten sich von der steuerlichen Neuregelung nicht verunsichern lassen“, meinte die Bergsträßer Dekanin Ulrike Scherf. Die Kirchensteuer bilde die Grundlage jeder seelsorgerlichen und sozialen Arbeit der evangelischen Kirche.  „Durch die Gelder werden z.B Kindergärten, die Mehrgenerationenarbeit oder die Hospiz-Dienste mitfinanziert. Auch die Angebote der Notfallseelsorge oder der Diakonie wären ohne Kirchensteuer nicht möglich“, so Dekanin Scherf.

Die EKHN hat im Internet eine eigene Seite zur neuen Abgeltungssteuer eingerichtet. Sie ist zu finden unter:  www.ekhn.de/inhalt/kirche/kirchensteuer_finanzen/zinsabgeltung.php.


Text: bet