03.11.08 Erste Demenz-WG im Evangelischen Dekanat

Acht Bewohner haben sich am 1. November zur ersten Wohngemeinschaft für Demenzkranke im Evangelischen Dekanat Bergstraße zusammengetan. Die ungewöhnliche WG hat Räume im ehemaligen alten Forstamt von Jugenheim angemietet.
Die Diakoniestation „Nördliche Bergstraße“ organisiert die Rund-um-die-Uhr-Betreuung der WG-Mitglieder und pflegt einen Teil der Demenzkranken. Die acht Bewohner haben jeweils ein Zimmer für sich und teilen sich einen Gemeinschaftsraum mit Küche. Sie sind körperlich weitgehend fit und sollen nach Möglichkeit dauerhaft in der WG wohnen bleiben. Das Projekt hatte der Förderverein Diakoniestation Bergstraße initiiert. Er ist Hauptmieter und hat die Zimmer wiederum an die WG-Mitglieder weiter vermietet. Der Förderverein will damit eine alternative Form der Betreuung und des Zusammenlebens ermöglichen. Das stößt auf große Resonanz. Die Nachfrage nach solchen Wohnplätzen sei größer als das Angebot, sagt der Vorsitzende des Fördervereins Gerhard Etzold-Jordan. Ähnliche Projekte gibt es bislang nur in der Stadt Darmstadt.
Die Wohngemeinschaft wird mitten im Leben stehen. Der tägliche Kontakt zu anderen Menschen ist Teil des Konzepts. Denn die Demenz-WG bleibt nicht allein in dem historischen Gebäude. Die Diakoniestation „Nördliche Bergstraße“ sowie das Familienzentrum „SzenenWechsel“ werden Anfang nächsten Jahres dort ebenfalls ihr neues Domizil haben. Das Familienzentrum wird im "Alten Forstamt Jugenheim" seine Erwachsenenbildungskurse sowie eine Kleinkinderbetreuung anbieten. Ursprünglich sollten sie gemeinsam mit der Demenz-Weg einziehen. Doch wegen baulicher Probleme verzögert sich das um etwa zwei Monate, teilte der Jugenheimer Pfarrer Gerhard Hechler mit. Er ist Vorstandsvorsitzender der Diakoniestation.
„Mit der Demenz-WG betreten wir Neuland“, sagt Pfarrer Hechler. „Die Diakoniestation hat sich deshalb fachliche Unterstützung organisiert.“ Der Dachverband des Diakonischen Werks habe die Mitarbeiter ausgebildet und werde sie in der ersten Zeit auch fachlich begleiten.

Das Foto zeigt das alte Forstamt - jetzt Wohnhaus der Demenz-WG

Foto: Gerhard Hechler
Text: bet