01.10.2008 Förderverein für Notfallseelsorge

Ein Förderverein wird ab sofort die Notfallseelsorge im Kreis Bergstraße finanziell unterstützen. Zum Vorsitzenden wurde der Dezernent für Gefahrenabwehr beim Landkreis, Gottlieb Ohl, gewählt.

Die Koordinatorin für die Notfallseelsorge, Pfarrerin Barbara Tarnow, äußerte sich erfreut über die große Resonanz. Bei der Gründungsversammlung im Heppenheimer Haus der Kirche traten gleich 26 Personen dem neuen Verein bei. Seit drei Jahren sei diskutiert worden, wie die Arbeit der Notfallseelsorge langfristig finanziell gesichert werden könne, berichtete Barbara Tarnow. Die ursprüngliche Idee, eine Stiftung ins Leben zu rufen, sei wieder verworfen worden. Mit einem Förderverein könnten mehr Menschen erreicht und für die Arbeit der Notfallseelsorge sensibilisiert werden als durch eine Stiftung, so Barbara Tarnow. Zudem sei kein kapitalkräftiger Stifter in Sicht gewesen.

Gottlieb Ohl wurde ohne Gegenstimme zum Vorsitzenden gewählt. Im Landkreis ist er für die Rettungsdienste, die Leitstelle und den Katastrophenschutz verantwortlich. „Ich habe etliche Einsätze miterlebt und weiß aus eigener Anschauung, wie wichtig die Notfallseelsorge ist“, betonte Ohl. Er kündigte an, möglichst viele Mitglieder für den Förderverein werben zu wollen. Dazu sollen gezielt evangelische und katholische Kirchengemeinden, aber auch muslimische Gemeinden angesprochen werden.

Neben Ohl wählte die Mitgliederversammlung Hans-Dietrich Stolz (Pfungstadt) zum 2. Vorsitzenden, Helga Leib (Ober-Laudenbach) zur Kassiererin und Katharina Gutzeit (Bensheim) zur Schriftführerin. Beisitzerinnen sind Ursula Hafenrichter vom Arbeitskreis Notfallseelsorge und Barbara Tarnow vom Evangelischen Dekanat Bergstraße. Der Förderverein beschloss einen Mitgliedsbeitrag von 30 Euro pro Jahr für Einzelpersonen. Vereine zahlen 50, Institutionen sowie Kommunen 100 Euro.

Von dem Förderverein erhofft sich Pfarrerin Barbara Tarnow auch einen Werbeeffekt. Die Notfallseelsorge könnte damit bekannter werden. Bislang werden die Helfer von den Rettungsdiensten, der Feuerwehr oder der Polizei angefordert. Barbara Tarnow: „Mein großer Wunsch ist, dass die Hälfte der Betroffenen von sich aus sagt, holen Sie bitte die Notfallseelsorge.“ Bei Unglücken leisten die Helfer seelischen Beistand und betreuen die Angehörigen der Opfer. Auch bei Suizid, überraschenden Todesfällen oder Vergewaltigungen werden die Notfallseelsorger gerufen. Im Kreis Bergstraße gibt es aktuell 60 ehrenamtlich tätige Notfallseelsorger. Sie wurden intensiv für ihre Aufgaben geschult

Das Foto zeigt den Vorstand des Fördervereins. Von links nach rechts: Pfarrerin Barbara Tarnow (Beisitzerin), Katharina Gutzeit (Schriftführerin), Ursula Hafenrichter (Beisitzerin), Helga Leib (Kassiererin) Gottlieb Ohl (Vorsitzender), Hans-Dietrich Stolz (2.Vorsitzender) .

Text u.Foto: bet