21.09.2008 Tansania: Partnerschaftssonntag in Hammelbach


Bei der Partnerschaft mit der Moravian Church in Tansania setzt das Evangelische Dekanat Bergstaße auf Austausch und persönliche Begegnungen. Der Pfarrer für Ökumene und Mission, Renatus Keller, kündigte beim Partnerschaftssonntag in Hammelbach an, dass im nächsten Jahr eine sechsköpfige Delegation für drei Wochen nach Tansania reisen werde.

Das Evangelische Dekanat ist seit langen mit der Moravian Church in Süd-Tansania partnerschaftlich verbunden. Die ersten Kontakte wurden bereits vor 18 Jahren geknüpft. „Am meisten hat mich eine gemeinsame Bibellektüre beeindruckt, weil die Sichtweise der Afrikaner ganz anders ist als unsere“, sagte Elke Schulze von der Evangelischen Gemeinde Seeheim, die eng mit der tansanischen Partnergemeinde Itumba verbunden ist.

Die Partnerschaft laufe richtig gut, meinten auch Christel Fuchs und Sibylle Römer von der Frauengruppe der Heilig-Geist-Gemeinde in Heppenheim. Sie haben für eine tansanische Frauengruppe die Einrichtung einer Kinder-Tagesstätte unterstützt.

Die Moravian Church freut sich über Hilfe aus dem Dekanat Bergstraße. Sie will die Partnerschaft aber nicht darauf reduzieren, Das erklärte die Beauftragte für Entwicklung und Partnerschaft in Afrika vom Zentrum Ökumene in Frankfurt, Helga Rau. Von tansanischer Seite werde immer wieder betont, dass für sie in der Partnerschaft auch gemeinsames Lernen, Beten und Spiritualität wichtig seien. Die deutschen Partner setzten dagegen meist andere Schwerpunkte. „Sie fragen vor allem nach den Ursachen von Armut und Ungerechtigkeit“, so Helga Rau.

Tansania ist ein armes Land. In einer Grußbotschaft für den Partnerschaftssonntag, die von Pfarrer Keller verlesen wurde, schrieb der Vize-Präsident der Moravian Church, Mwaigwisya David: „Viele Menschen sterben an Aids, viele Kinder bleiben allein ohne Eltern zurück“. Diese Kinder könnten nicht sicher sein, immer etwas zum Essen zu haben oder in die Schule gehen zu können. Das Evangelische Dekanat unterstützt ein Projekt, das Aids-Waisen in Pflegefamilien unterbringt.

Das größte Hindernis für die Partnerschaft sind die Sprachbarrieren. Bernd Bickelhaupt von der Evangelischen Gemeinde Ober-Beerbach sagte: „Unsere Partnerschaft ist daran letztlich gescheitert“. Es habe in der tansaniaschen Partnergemeinde niemand mehr gegeben, der englisch könne. Ein großes Problem vor allen auf dem Land. Wer in Tansania einen höheren Bildungsabschluss hat, zieht in die Stadt. Mit Sprachbarrieren hat auch die Evangelische Gemeinde Lorsch zur kämpfen. Post aus Tansania beschränke sich zur Zeit auf nur wenige Sätze, berichtete Pfarrerin Uta Voll. So habe die Partnergemeinde Ushirika in ihrem letzen Schreiben mitgeteilt: “Wir haben eine Milchkuh und einen Kindergarten“. Die Gemeinde Lorsch will die Kontakte intensivieren. Dazu wurde jetzt ein neuer Arbeitskreis gebildet.

Doch nicht nur Worte können verbinden, auch Musik, Das demonstrierte eindrücklich der Tansaner Geofrey Ndeiy (Foto), der mit Trommel und Gesang den Partnerschaftssonntag sowie den abschließenden Gottesdienst musikalisch begleitete und bereicherte.

Auf kleinen Zetteln, die während des Treffens in Hammelbach auslagen, war ein afrikanisches Sprichwort abgedruckt. Es macht in wenigen Worten klar, was die Partnerschaft zwischen dem Ev. Dekanat Bergstraße und der Moravian Church in Tansania ausmacht: „Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Gesicht der Welt verändern“.


Text u. Foto: Berndt Biewendt