24.08.2008 Jugenheim: "Über Gräbern weht der Wind - auf der Suche nach den gefallenen Großvätern“

"Über Gräbern weht der Wind - auf der Suche nach den gefallenen Großvätern“ lautete das Thema eines „Spezial“-Gottesdienstes in der Jugenheimer Bergkirche, zu dem Pfarrer Gerhard Hechler eingeladen hatte. Pfr. Hechler hatte im Frühsommer nach langer Suche mit Hilfe des Volksbunds Kriegsgräberfürsorge das Grab seines 1915 gefallenen Großvaters Jakob in Lothringen gefunden.

In diesem Gottesdienst sollte das Gedenken an die verlorenen Lieben der Weltkriege seinen Platz haben, aber auch die Mahnung zum Frieden. Damit auch zukünftig die Toten der Kriege ihren Platz in unserem Gedächtnis behalten, betreibt der Volksbund eine breite und fruchtbare Jugendarbeit. Auch darüber wurde im Gottesdienst berichtet.

Die Rückmeldungen der Gottesdienstteilnehmer waren überraschend positiv. „Ich habe einen neuen Zugang zum Gedenken an meinen Großvater gefunden“. „Ich habe zum ersten Mal für ihn gebetet, sein kurzes Leben, seine verlorenen Hoffnungen“. „Mich haben die Kieselsteine auf dem Altar als Gedenkmöglichkeit fasziniert und ich bin in den Osten gefahren, in das Dorf, in dem mein Vater nach dem Krieg Lehrer war. Von dort haben ihn die Sowjets verschleppt. Ich habe einen Stein auf dem Friedhof niedergelegt. In mir ist Ruhe eingekehrt.“

Pfr. Gerhard Hechler Zu dem Bild: Meine Großeltern Jakob und Elisabeth. Er war selbständiger Friseurmeister und sie hatten 4 Töchter, 1910, 1911, 1912 und 1914 geboren. 1915 ist er in den Kämpfen im „Priesterwald“ bei Pont á Mousson/Moselle gefallen.

Text und Bild: Pfr. Gerhard Hechler