12.07.2008 Zotzenbach: Neuer Pfarrer Hermann Birschel "Gemeindearbeit ist wie die Renovierung eines Hauses"


Noch stapeln sich die Umzugskisten im neu sanierten Haus in der Zotzenbacher Hauptstraße. Der Küche wird noch der Feinschliff gegeben und auch im Außenbereich haben die neuen Bewohner noch viel zu tun. Mitten im Umzugschaos sitzt Hermann Birschel und erzählt von seinen Plänen, von den Aufgaben, die vor ihm liegen, denn Hermann Birschel ist der neue Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde in Zotzenbach. Am Sonntag wird der 54-Jährige offiziell in sein Amt eingeführt. Ein Amt, das er voller Tatendrang und gleichzeitig überlegt angehen will.

„Gemeindeaufbau ist, wie wenn man ein Haus renoviert“, erklärt er – ganz in die Thematik eingebunden. „Man muss das ganze Haus sauber halten, aber renovieren kann man immer nur ein Zimmer auf einmal und in Ruhe.“ Das Tagesgeschäft läuft natürlich ab dem ersten Tag. Schon hat es an der Haustür geklingelt und ein erstes Gespräch über eine Hochzeit wurde geführt. Er fühlt sich schon heimisch in seiner Gemeinde, aber das ist auch kein Wunder. 15 Jahre war er als Gemeindepfarrer in Rimbach. Eineinhalb Jahre lang hat er Vertretung in Zotzenbach gemacht, bevor Pfarrer Kay Wick in die Gemeinde kam. Aus seiner Zeit in Rimbach kennt er auch Pfarrer Burkard Hotz.

Bis 1996 war er im Weschnitztal, hat dann zehn Jahre auf landeskirchlicher Ebene Prädikanten, also ehrenamtliche Prediger, und Besuchsdienstgruppen betreut und Gemeinden in ihrer Entwicklung beraten. Danach hat ihn selbst wieder die Gemeindearbeit gerufen. „Nach zehn Jahren übergemeindlicher Arbeit hat mir Stockstadt wieder Lust gemacht, volle Pulle aus dem Pfarrhaus zu arbeiten.“ Die Odenwälder Gemeinde kam da wie gerufen, denn die zwei Jahre, die er in Stockstadt als Gemeindepfarrer war, hat er weiterhin mit seiner Familie in Fürth gewohnt. Vier Kinder hat er gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth, die als Diplom-Rhythmik-Lehrerin an der Jugendmusikschule der Gemeinden des Überwaldes und des Weschnitztales arbeitet. Und bei vier Kindern liegt die Kinder- und Jugendarbeit nahe.

Das soll das erste Zimmer sein, das er in und mit seiner Gemeinde angehen will. Vom Kindergottesdienst über die Konfirmandenarbeit bis hin zu Jugendgruppen will der Pfarrer alles durchdenken und die Gemeinde stark machen. „Ich bin ein Teamarbeiter“, stellt er  sogleich klar. „Die Leute müssen uns stark erleben“, findet Birschel, unkoordiniert und alleine geht das nicht. Doch bevor diese Arbeit beginnt, wird Birschel am Sonntag um 10.00 Uhr durch Dekanin Ulrike Scherf in einem feierlichen Gottesdienst in sein Amt eingeführt. Der Kirchenchor und der Kirchenvorstand gestalten den Gottesdienst mit. Anschließend gibt es einen Stehempfang im Hof des neuen Pfarrhauses.

Bild: Engel, Text: Marion Körner