01.06.2008 Erzählen ist eine Kunst, die man lernen kann - Den Beweis brachte Jochem Westhof am Wochenende


„Mach dir ein Bild davon, wie es in der Geschichte aussieht“, das ist Regel Nummer eins beim guten Erzählen, weiß Jochem Westhof. Und um gutes Erzählen ging es am Samstag in der Christuskirchengemeinde in Heppenheim. Zum Praxistag für Kindergottesdienst-Mitarbeitende hatte Beate Schuhmacher-Ries, Referentin für Kindergottesdienst im Dekanat Bergstraße gemeinsam mit dem Landesverband für Kindergottesdienst in Hessen und Nassau eingeladen. Als Referent konnte Schuhmacher-Ries Jochem Westhof gewinnen, der als Pfarrer für Kindergottesdienst in der Nordelbischen Kirche tätig ist.

Aus der gesamten Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) waren fast 40 Mitarbeitende anwesend, die hörten und übten, worauf es beim guten Erzählen von biblischen Geschichten ankommt. Bevor es mit dem inhaltlichen Teil des Seminars losging, fand die jährliche Mitgliederversammlung des Landesverbandes statt, dem zurzeit über 800 Kirchengemeinden angehören. Danach führte Jochem Westhof die Mitarbeitenden in die Kunst des Erzählens ein.

Auf dem Hintergrund, dass Erzählen eine der ältesten Künste der Menschheit ist und Geschichten schon immer erzählt wurden und werden, stellt Westhof zwei Regeln des Erzählens auf. Die Erste beansprucht die eigene Phantasie. Wir selbst müssen in der Geschichte zu Hause sein und dem Zuhörer Zeit geben in die Erzählung einzusteigen. Ich muss mir Gedanken dazu machen, was der Kerngedanke meiner biblischen Erzählung ist, um die Geschichte zu vermitteln. Die zweite Regel lautet: „Erzähle lebendig mit wörtlicher Rede“.

Wörtliche Rede heißt, es ist wichtig, zu der Atmosphäre in der Geschichte die Gefühlswelt, das Emotionale mit einzubeziehen. Das tun wir, indem wir bestimmte Aussagen unterschiedlich betonen. Die Erzählungen und Inputs des Referenten wurden unterbrochen von Übungen der Teilnehmenden. In kleinen Murmelgruppen waren die Teilnehmenden aufgefordert, gleich das Gelernte beim Erzählen biblischer Geschichten in den Kleingruppen umzusetzen. Erzählendes Gemurmel erfüllte den Raum und spiegelte den Eifer der Mitarbeitenden wieder. Als das Seminar am Nachmittag zu Ende war, waren sich die Teilnehmenden einig, dass die Einladung nicht zuviel versprochen hatte: „Ein gewinnbringender Tag“, „Es hat sich gelohnt, heute hierher zu fahren“ und „Meine Scheu vor’m Geschichten erzählen ist kleiner geworden“ war unter den Teilnehmern zu hören. Jochem Westhof ist ein begnadeter Erzähler und durch Übung kann man Erzählen lernen. Am Ende der Veranstaltung wurde eingeladen zum nächsten Landestreffen Kindergottesdienst am 7. September 2008 in Biedenkopf zu dem Thema: „Mit Geschichten unterwegs“. Weitere Informationen gibt es bei Beate Schuhmacher-Ries unter der Telefonnummer 06252/6733-36 oder unter schuhmacher-ries@haus-der-kirche.de und auf der Internetseite www.kigo-ekhn.de.

Text: Beate Schuhmacher-Ries und Marion Körner
Bild: Beate Schuhmacher-Ries