15.05. bis 30.06.2008 Exotische Zeichen einer fremden Kultur - Ausstellung: Japanische Kalligraphie


Auf manch jungem Rücken prangen asiatische Schriftzeichen – geheimnisvolle Tattoos, deren Bedeutung in Deutschland meist nur der Träger kennt. Der Name des Liebsten kann es sein oder das Schriftzeichen für „Friede“, „Liebe“ oder „Hoffnung“. Asiatische Schriftzeichen sind in den Augen von Europäern nicht nur geheimnisvoll, sondern auch kunstvoll.

Vor allem in Japan hat sich aus den chinesischen Schriftzeichen eine Kunst entwickelt, die nicht nur auf Haut beliebt ist, sondern als „Japanische Kalligraphie“ vor allem auf Papier. Kalligraphien von Masanori Taki sind vom 16. Mai bis 30. Juni im Haus der Kirche in Heppenheim zu sehen. Organisiert ist die Ausstellung Christine Steigler, Referentin für Bildung und Erziehung im Evangelischen Dekanat Bergstraße.

Masanori Taki ist einer der bedeutenden lebenden japanischen Kalligraphen, der über viele Jahre diese künstlerischen Ausdrucksformen studiert hat und mit hohen akademischen Auszeichnungen seine formale Ausbildung abschloss. Seine Ausstellungen weckten immer ein hohes Interesse an dieser asiatischen Kunst. Am 16. Mai wurde die Ausstellung um 18 Uhr durch Prof. Heinz Ufer eröffnet, der einen Einblick gab in die traditionelle Ausdrucksform einer fremden Kultur und Religion. Die musikalische Gestaltung lag bei Itaya Sanatsu (Flöte).

In Asien, besonders in Japan, Korea und China hat die Kalligraphie immer noch einen hohen Stellenwert im gesellschaftlichen und künstlerischen Leben. In der modernen japanischen Kalligraphie sind die Schriftzeichen schwer leserlich, aber umso ausdrucksstärker. Oftmals wird die Lesbarkeit bewusst hinter die künstlerische Gestaltung gestellt. Ergänzend zur Kalligraphie-Ausstellung präsentierte das Evangelische Dekanat Bergstraße am 24. und 25. Mai eine Ikebana-Ausstellung. Ikebana bedeutet „lebende Blume“ und symbolisiert das Lebendigwerden der Natur im künstlerisch gestalteten Arrangement. Der Zauber eines Ikebana drückt sich in der Harmonie von linearem Aufbau, Rhythmik und Farbe aus.

Wie die Kalligraphie wurde diese Kunst in Japan im Zen-Buddhismus entwickelt. Unter der Leitung von Christina Ufer stellte der Ikebana-Club Rhein-Neckar an zwei Tagen zauberhafte Blumen-Kompositionen aus. Christina Ufer arbeitet nach den Regeln der modernen Sogetsu-Schule. In Japan wurde sie für ihre Verdienste um die Verbreitung der japanischen Kultur ausgezeichnet.

Text: Marion Körner
Bild: Christine Steigler