15.04.2008 Kinderkirchentag: Ein Tag im alten Rom und das Geheimnis des Fisches


Stolz zeigt Katharina einen Igel, den sie aus Ton geformt hat. „Einen Igel, Fische, einen Kerzenständer und ein Kreuz hab ich gemacht“, sagt die Siebenjährige. - Ein Kreuz und Fische, christliche Symbole von einer Siebenjährigen. Mit 20 anderen Kindern aus dem Evangelischen Dekanat Bergstraße hat sie am Wochenende beim Kinderkirchentag in Bensheim getöpfert. Insgesamt waren 200 Kinder aus 17 Gemeinden in der Bensheimer Stephanusgemeinde. Am schönsten fand Katharina aus Zwingenberg aber nicht das Töpfern, das kam an zweiter Stelle. Toller war das Theaterstück, das in den Gottesdienst integriert war. Es erzählte die Geschichte von zwei christlichen Kindern im alten Rom und davon, dass das nicht ungefährlich war. Da stimmte Miriam ihr zu, sie hat mitgespielt beim Theater und freute sich, dass alles geklappt hat, „außer ein paar Sachen, aber das war nicht so schlimm.“

Den Gottesdienst gestaltete Dekanantsjugendpfarrer Renatus Keller gemeinsam mit der Referentin für Kindergottesdienst und Organisatorin, Beate Schuhmacher-Ries. Auch Dekanin Ulrike Scherf begrüßte die Kinder. Sogar eine kleine Band gab es extra für den Kinderkirchentag, Dekanatskantor Konja Voll, Dekanatsjugendpfarrer Thomas Hoffmann, Gerharde von Burstin und der Jugendliche Jan sorgten für die richtigen Töne und so war es weit zu hören, als die 200 Kids am Sonntag „Sei ein lebendiger Fisch, schwimme doch gegen den Strom“ sangen. Es wurde natürlich auch gebetet beim Gottesdienst „für die Kinder auf der ganzen Welt, dass sie zu essen haben“ und um zu erfahren, was es heißt eine Gemeinschaft zu sein – und mit den vielen Kindern aus dem ganzen Dekanat war es eine große Gemeinschaft, die sich am Ende des Tages sogar Brot und Trauben teilten.

Musik erklang den ganzen Tag in der Stephanusgemeinde, denn es wurden in den Workshops, die die Kinder nach dem Gottesdienst besuchen konnten, nicht nur Instrumente gebastelt, sondern auch fleißig musiziert. Der Fisch, das Geheimzeichen der Christen in Rom, tauchte an vielen Stellen in den meisten Workshops auf. Beim Kochen und Backen schwamm er auf dem Kinder-Tiramisu. Das gefiel der elfjährigen Anna gut, sie freute sich darauf, „dass wir am Ende alles Essen dürfen“, meinte die Jugenheimerin, die sich fürs Kochen entschieden hat. Die „armen Ritter“ waren nicht Linneas erster Backversuch. Zu Hause hat die Fünfjährige schon mit Mama Plätzchen gebacken. Linnea war – wie viele Kinder – mit ihrer großen Schwester Miriam da.

Auf Steinen wurde der Fisch in Mosaiksteinen zum Wegweiser und an anderer Stelle zierte er ein Holzbrett glänzend in Pailletten und Perlen. Kleine, rote Perlen klebte die fünfjährige Laura aus Lorsch als Augen auf den Papierfisch und Marcel aus Wahlen neben ihr konzentrierte sich auf seine Streichhölzer, die er als Schuppen umfunktionierte. Ganz fleißig war der Bensheimer Lukas, neun Jahre alt, schon drei Fische hat er mit Steinchen und Pailletten beklebt oder aus Glanzpapier ausgeschnitten. Stolz zeigte Victoria ihre Wachstafel, wie die römischen Kinder sie für die Schule hatten. „Erst haben wir gemessen, dann geschnitten“, erklärt die Neunjährige fachmännisch. Wie man darauf schreibt ist einfach: Mit einem Holzstab ritzt man etwas ein, aber das entfernen ist schwieriger. Mit einem kleinen Metallstück muss man so lange rubbeln, bis die Schrift und die Zeichnungen nicht mehr zu sehen sind.

Aber nicht nur der Fisch erinnerte an die Zeit der ersten Christen, Gladiatorenkämpfe, die allerdings viel harmloser daher kamen als früher, und das Rüstungsbasteln der Legionäre führte zurück in die Zeit der alten Römer. „Ich komm selbst nicht dran“, ist bei den Legionären zu hören. Mit Bindfäden schnüren sich Annabelle und Alina aus Zwingenberg, die einzigen Mädels der Gruppe ihre silberne Wellpappenrüstung zusammen. Sie kennen sich aus der Schule und haben sich gemeinsam angemeldet „keine falsche Entscheidung“, befinden die Elf- und Zwölfjährige. Auch die typischen Häuser der damaligen Zeit, Spiele, wie sie die Jungen und Mädchen damals spielten und Schmuck aus silbernen Schlangen und Geld wurden hergestellt. Ganz egal, aber, was die Kids gemacht haben, überall waren strahlende Augen und freudige Gesichter zu sehen. Das ist vor allem den 50 Helfern zu verdanken, die bei den Workshops und beim Essen für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben. Und wenn die fertigen Basteleien, wie die Tonfische und Kerzenhalter in die Gemeinden geliefert werden, haben die Kleinen eine schöne Erinnerung an den Dekanatskinderkirchentag.

Bild und Text: Marion Körner