24.03.08 Jugenheim: Hauptgewinn beim bunten Abend abgeräumt

Pfarrer Gerhard Hechler gewann mit Gudrun Schulz beim Wettbewerb der Freien Evangelischen Gemeinde in Jugenheim und das, obwohl er den eigenen Kirchturm nicht erkannte. 1200 Euro konnten die beiden in Projekte spenden, die ihnen am Herzen liegen. Das Geld stammt aus den Eintrittsgeldern des Abends und geht jetzt in den Seeheimer Kräutergarten und das Alte Forsthaus in Jugenheim.

Der Kräutergarten liegt Gudrun Schulz am Herzen, ist sie doch stellvertretende Vorsitzende der Landfrauen. Das Alte Forsthaus wird derzeit umgebaut zu einer Demenz-WG. Die Demenz-WG wird die erste im Landkreis sein und nicht die letzte, meint Pfarrer Gerhard Hechler. „Angesichts der demoskopischen Entwicklung bekommen wir Krankheiten, die wir früher nicht bekommen hätten, weil wir nicht so alt geworden wären.“

Einen bunten Abend versprach die Freie Evangelische Gemeinde Jugenheim bei der Einweihung ihres neuen Gemeindezentrums im Alten Bahnhof – und ein bunter Abend war es auch, der geboten wurde. Gerlinde Kugelstadt und Hermann-Joseph Bungert kämpften dabei ebenso um den Sieg wie Olaf Kühn und Luise Bröning sowie Gerhard Hechler und Gudrun Schulz. 30 Fragen rund um Seeheim-Jugenheim galt es zu beantworten, dabei waren vergangenen und aktuelle Ereignisse gegenwärtig, dazu kamen noch Fragen zu Kunst und Musik, auch ihre Kenntnisse in Naturwissenschaften mussten die drei Teams unter Beweis stellen. Dabei glänzten sie nicht so, wei das Fünf-Cent-Stück um das es bei einer der Fragen ging. Das verfärbte sich nämlich erst silbern und anschließend gold. Was diese Verwandlung hervorruft, konnte keines der Lokal-Promi-Teams beantworten.

Moderiert wurde der Quizabend von Pastor Patrick Will und seiner Frau Daphne, die sich die Fragen auch ausgedacht haben. Dabei standen ihnen Claudia Becker und Michael Kaffka zur Seite. Daphne und Patrick Will präsentierten neben den Aufnahmen der Kirchturmspitzen auch Fragen zur ehemaligen Nebenbahnstrecke, an die das heutige FEG-Gebäude als Bahnhof einst angeschlossen war. Gefragt wurde nach der Spurweite der ehemaligen Nebenbahnstrecke und danach, wer die erste Fahrkarte löste.

Die Teams hatten dabei auch Spezialaufgaben zu lösen: Die Frauen mussten eine Creme auf Zeit anrühren, die Männer eine Stehgreifrede anhand vorbereiteter Stichwörter halten, die vom Publikum im Gottesdienstsaal per Applaus bewertet wurde.

Bürgermeister Olaf Kühn hatte das Publikum auf seiner Seite, als er den Unterschied zwischen Seeheimern und Jugenheimern erklären musste. Die Geburtstagsbesuche nahm er zum Anlass: „Die Seeheimer Senioren erzählen dann von ihrer Gesundheit, von Kriegserlebnissen, von Vertreibung. Komme ich nach Jugenheim, erzählen mir die Jubilare sofort davon, wie schlimm alles geworden sei, seit man mit den ‚Seeheimer Bauern‘ zwangsvereinigt wurde im Zuge der Gebietsreform.“ „Schlimmer als Krieg und Vertreibung gewesen“. Sei die Gebietsreform für die Seeheimer, folgerte der Rathaus-Chef.

Doch auch damit konnte der Bürgermeister den Sieg nicht retten, obwohl die Gäste sicherlich auch den beiden anderen Teams das Preisgeld gegönnt hätten, hatten doch alle geplanten Verwendungszwecke einen karitativen Hintergrund. Bungert und Kugelstadt wollten die 1200 Euro für das katholische Gemeindehaus und den Vorplatz am Alten Bahnhof verwenden. Hätten der Bürgermeister und seine Mitstreiterin Luise Bröning gewonnen wäre das Geld nach Tschernobyl und in den Ev. Kindergarten geflossen.

Bild: Pfarrer Gerhard Hechler
Text: Marion Körner