27.03.2008 Postkarten-Aktion gegen die Verlagerung von Coronet International

Für den strukturschwachen Odenwald ist der Verlust von jedem einzelnen Arbeitsplatz ein harter Schlag ins Gesicht. Chancen, produzierendes Gewerbe ansiedeln zu können, sind fast gleich Null. Dies ist umso besorgniserregender, da etwa ein Drittel der Beschäftigten im Odenwald keine Berufsausbildung hat. Die für sie tauglichen Arbeitsplätze sind die ersten, die ins Ausland verlagert oder wegrationalisiert werden. Für Dienstleistungsunternehmen ist der Odenwald leider auch uninteressant.

Seit Jahren ist der Abbau von Arbeitsplätzen im Odenwald zu beobachten. Im Jahre 2005 verlagerte die Rowenta GmbH einen großen Teil ihrer Produktion nach China. Die Schließung der Ernst- Ludwig- Klinik in Sandbach Ende 2007 brachte weiteren Stellenabbau. Die anstehende Schließung der Odenwaldklinik in Bad König setzt diese Tendenz fort. Die Firma Bien Zenker teilte im Januar 2008 die Schließung der Produktion der ZENKER-HAUSBAU GmbH + Co, Michelstadt mit. Die Firma Coronet International beabsichtigt die Schließung des Standortes in Wald-Michelbach. Die Hardberg-Klinik im Wald-Michelbacher Ortsteil Siedelsbrunn schließt. Ersatzarbeitplätze liegen 56 Kilometer entfernt.

Für den strukturschwachen Odenwald ist der Verlust von jedem einzelnen Arbeitsplatz ein harter Schlag. Die Aussichten, produzierendes Gewerbe ansiedeln zu können, sind nicht gut. Dies ist besorgniserregend, da es die zahlreichen Menschen ohne Berufsausbildung besonders trifft. Taugliche Arbeitsplätze für diese Beschäftigten werden zuallererst ins Ausland verlagert oder wegrationalisiert. Für Dienstleistungsunternehmen ist der Odenwald leider auch nicht interessant.

Diese Erfahrungen führt die Arbeitslosen - Initiative „Kompass“ dazu, sich für den Erhalt von Arbeitsplätzen verstärkt einzusetzen. Gemeinsam mit der evangelischen und katholischen Kirche ruft „Kompass“ dazu auf, sich bei der Aktion „Gelbe Karte für coronet international“ zu beteiligen.

Mit der Unterschrift unter die Postkarte „Gelbe Karte für coronet international“ und dem Versand an den Eigentümer, Detlef Eugen Nölle in Wuppertal, können Bürgerinnen und Bürger in der Region deutlich machen, dass auch das Sozialverhalten einer Firma kaufentscheidend für sie ist. „Es kann nur so zu einem Umdenken und damit zum Erhalt von Arbeitsplätzen kommen, indem möglichst viele Menschen Detlef Eugen Nölle androhen, vom Kauf von Haushaltwaren der Firma coronet international bei Schließung des Standortes Waldmichelbach abzusehen“. Mit diesen Worten ruft Heinz Jöst – Initiator von „Kompass“ - zum Mitmachen auf und beschreibt den kleinen Hoffnungsschimmer.

Postkarten sind in evangelischen und katholischen Kirchengemeinden sowie bei der Arbeitslosen-Initiative „Kompass“, beim Caritas Zentrum in der Hauptstraße 42 in Erbach, beim Diakonischen Werk Odenwald in der Schulstraße 15 in Bad König zu erhalten und unter www.kompass-erbach.de
herunter zu laden.

Weitere Informationen:
Caritas Zentrum Erbach;
Tel.: 06062-955330, oder Regionalstelle für Arbeitnehmer/innen- und Betriebsseelsorge Darmstadt, Tel.: 06151 – 78 38 77

Evang. Dekanat Bergstraße
Ludwigstr.13
64646 Heppenheim,
Fachstelle Gesellschaftl. Verantwortung,
Tel.: 06252 – 67 33 33

Evang. Kirchengemeinde Waldmichelbach
Kirchbergstr.3
69483 Waldmichelbach
Tel.: 06207 - 2440

Bild und Text: Kompass
Text bearbeitet: Marion Körner/Ursula Tischer-Bücking