17.03.2008 Dekanatssynode in Viernheim: Perspektiven und Schwerpunkte für die kirchliche Arbeit

Um die Perspektiven und künftigen Schwerpunkte der kirchlichen Handlungsfelder ging es am Freitag bei der Synode des Evangelischen Dekanats Bergstraße. Die Synode ist die Tagung der gewählten Kirchenparlamentarier in der Region, die in der Regel zweimal im Jahr stattfindet. Den Vorsitz hat Präses Axel Rothermel, der in Viernheim 80 Parlamentarier begrüßen konnte, außerdem zahlreiche Mitarbeiter des Dekanats und den Viernheimer Bürgermeister Matthias Baaß. „Mir macht dies wiederum deutlich, dass Politik und Kirche in einer Welt handeln“, betonte Rothermel nach der Begrüßung. Neben der Verbindung Kirche und Politik gab es am Freitag auch eine ökumenische, denn die Evangelische Synode tagte im katholischen Pfarrer-Molitor-Haus, das zum Pfarramt St. Aposteln gehört.

Suiten von Marin Marais ertönte im Saal des Pfarrer-Molitor-Hauses und mit diesem Beginn waren die Kirchenparlamentarier auch schon mitten im Thema. Denn auch die Kirchenmusik zählt zu den Handlungsfeldern, wie Dekanin Ulrike Scherf ausführte: Handlungsfelder beschreiben Arbeitsgebiete, die zum Wesen der Kirche gehören und auch in der Zukunft Kernaufgaben in Gemeinde und Dekanat sein werden.
1997 hat die Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau entschieden, fünf sogenannte konstitutive Handlungsfelder festzulegen. Als erstes die Verkündigung, die das Geistliche Leben und die Kirchenmusik impliziert. Als zweites die Seelsorge und Beratung. Ein drittes Handlungsfeld umfasst Bildung, Erziehung und die Arbeit mit Zielgruppen.

Die Diakonie und die Gesellschaftliche Verantwortung sind das vierte, Ökumene das fünfte Handlungsfeld. Zu diesen fünf kommt ein Querschnittsbereich, die Öffentlichkeitsarbeit, die für die fünf Handlungsfelder Unterstützung bietet. Nach der kurzen Vorstellung hatten die Synodalen Gelegenheit in kleinen Gruppen ins Gespräch mit den Repräsentanten der Handlungsfelder zu kommen und ihre Vorstellungen zu äußern. Das Gespräch war wichtig, denn mit den künftigen Schwerpunkten können sich auch die Verantwortlichkeiten ändern, die die Kirche in der Region übernimmt.

Verantwortung zeigte auch Liselotte Lannert, die beim Neujahrsempfang des Dekanats mit der Starkenburger Silberplakette ausgezeichnet wurde. Sie verwaltete 50 Jahre lang die Kirchenkasse in Zotzenbach. Rothermel blickte bei der Erwähnung des Ereignisses nicht nur ins vergangene Jahr zurück, er erinnerte auch daran, dass ehrenamtliche Arbeit wert voll ist. „Es geht nicht darum „Arbeiter“ zu gewinnen sondern Mitdenker, Mitentscheider und Mitarbeiter.“

Diese Mitarbeiter sind beispielsweise auch Kirchenvorstände, die wesentlich die Kirche in den Gemeinden prägen. Pröpstin Karin Held besuchte 15 von ihnen im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Dekanin und Mitgliedern des DSV bei der Visitation. Sie erzählte von einem Büchlein, dass von einem Bischof handelt, der mit dem Fahrrad inkognito die Gemeinden aufsuchte – so lief das hier natürlich nicht ab. Trotzdem habe sie viel erfahren vom chronischen Geldmangel, von gelingenden Projekten oder von der Konfiarbeit im Rahmen von Ganztagsschulen.

Schule ist das Stichwort, denn auch Anke Thürigen unterrichtet in Birkenau. Sie ist Erzieherin, Sozialpädagogin und Religionspädagogin in der Heilig-Geist-Gemeinde in Heppenheim und eine von drei neuen Gemeindepädagoginnen im Dekanat. Jutta Gemeinhardt arbeitet am Zentrum für Soziale Psychiatrie in Heppenheim und Ingrid Emig ist in Mörlenbach in der Gemeinde tätig. Der Synode wurde außerdem Wolfgang Grün, der neue Gleichstellungsbeauftragte vorgestellt.

Ab ersten Juni soll ein Referent für Fundraising die Gemeinden unterstützen, in dem er ausbildet, berät, Kontakte aufbaut und fortbildet. Das Dekanat hofft außerdem bald von einer Pilotstelle für Mehrgenerationenarbeit zu profitieren. Die Bewerbung um die Stelle läuft. Gerade im Blick auf die demographische Entwicklung hält das Dekanat die Förderung generationsübergreifender Angebote für wichtig.

Text: Marion Körner
Bild: Jule Kühn