31.01.2008 In kleinen Schritten zum Ziel - Schüler und Paten zweier Projekte tauschen Erfahrungen aus

Welche Schritte möchte ich als nächstes gehen, um meinem Berufsziel näher zu sein? Was für ein Ziel habe ich überhaupt? Mit diesen Fragen setzten sich am Samstag Schüler der Langenbergschule in Birkenau und der Heppenheimer Martin-Buber-Schule auseinander. Die Schüler gehören den beiden Patenprojekten an, die die evangelische Kirche im Dekanat Bergstraße koordiniert.

Sie haben sich am Samstag erstmals gemeinsam mit den Paten der „Starthelfer“ in Birkenau und der „Strahlemann-Initiative“ Heppenheim im Haus der Kirche zusammengesetzt und ihre Erfahrungen ausgetauscht. Zusammen mit den beiden Referentinnen für Gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat, Edith Unrath-Dörsam und Ursula Tischer-Bücking, sowie der Jugendreferentin Ulrike Schwahn erarbeiteten sie das weitere Vorgehen in Sachen Ausbildungsplatz. Die Gesamtmoderation des Nachmittags lag in den Händen von Christine Maurer (Cope OHG).
Die aktuellen Ziele der zehn Jugendlichen waren ganz verschieden, denn auch ihre derzeitige Situation unterscheidet sich. Manche sind gerade dabei Bewerbungen zu schreiben, andere stehen kurz vor der Abschlussprüfung. Einer ist schon im zweiten Lehrjahr, die meisten aber absolvieren noch Praktika und hoffen so auf eine Lehrstelle. Ob künftiger Chemielaborant, Friseurin in spe, zukünftige Arzthelferin, voraussichtlicher Einzelhandelskaufmann oder Realschüler – Alle haben noch einen Weg vor sich, den sie dank ihrer Paten nicht alleine beschreiten müssen.

So verschieden die Ausgangssituation, so unterschiedlich sind auch die Schritte, die notwendig sind. Von mehr Bewerbungen schreiben, über weitere Treffen mit den Paten bis zu Infos über den angestrebten Beruf reichen die Schritte. Aber auch persönlich wollen die Teenager an sich arbeiten. „Selbstbewusster werden“ ist am Ende des Tages auf einem Zeitstrahl zu lesen, den sie jeweils gemeinsam mit dem Paten angefertigt haben und mit nach Hause nehmen konnten, um in ein paar Wochen gemeinsam mit dem Paten schon ein paar Punkte abzuhaken.
Auffallend bei allen Jugendlichen war ihre Dankbarkeit den Paten gegenüber, die ehrenamtlich in ihrer Freizeit den Jugendlichen, die sie zuvor nicht kannten, helfen, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

Für die Paten standen an diesem Nachmittag zwei wichtige Fragen ihrer Arbeit im Vordergrund: Worin besteht die Rolle des Paten und wann ist meine Arbeit erfolgreich? Es gibt Parallelen aber auch wesentliche Unterschiede zu der Rolle des Taufpaten. Beide sind zum Beispiel Vorbild und Begleiter, aber nicht Therapeut oder Sozialarbeiter. Und „Erfolg“ ist nicht nur der Abschluss eines Ausbildungsvertrages sondern kann bereits ein Fortschritt im Verhalten des Jugendlichen sein. Drei Projekte betreut das Evangelische Dekanat Bergstraße zurzeit. Neben Strahlemann in Heppenheim und den Birkenauer Starthelfern gehört auch das Alsbacher Projekt Fit for Job dazu. Knapp 40 Schülern werden so im Moment von Paten begleitet.


Text: Marion Körner
Foto: Niko (Praktikant)