03.12.2007 Würdiger Empfang zum neuen Kirchenjahr

Der Empfang zum neuen Kirchenjahr hat am Samstagabend rund 230 Gäste in die Fürther TV-Halle gelockt. Das Kirchenjahr beginnt am 1. Advent und bereits zum fünften Mal luden die Evangelischen Dekanate Bergstraße und Ried zahlreiche Gäste aus den Kirchengemeinden, Politik und Gesellschaft am Vorabend zu einem Empfang.

Paul Ewald, der Präses der Dekanatssynode Ried, begrüßte Oberkirchenrat Wolfgang Heine. Heine sprach in seiner Festrede von der Landeskirche und ihren Reformen. Denn die Bibel enthalte viele Aufrufe zur Reform und dies geschieht auch in der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Manchen sei die EKHN vielleicht zu lebhaft, zu unübersichtlich, aber Heine selbst sieht das anders: „Unsere Bereitschaft, viel und kontrovers zu diskutieren, Neues auszuprobieren“, aber das „hat etwas zu tun mit der gesellschaftlichen Dynamik in der wir uns befinden.“ Und die EKHN reagiere mit Tatkraft und mit Zuversicht.

An diesen Prozessen, die auf allen Ebenen in der Landeskirche stattfinden, beteiligen sich viele, die auch in den Dekanaten aktiv sind. Allen voran Professor Heinz Ufer, der Vorsitzende der Dekanatsstiftung, die am Samstag nicht nur zum Essen einlud.

Der Oberkirchenrat stellte auch die Zusammenarbeit der beiden Dekanate dar und ihre Partnerschaft zum Landkreis Bergstraße. Diese Partnerschaft hob auch Landrat Matthias Wilkes hervor, der die Arbeit in Sachen Bleiberecht und SCHUB-Klassen lobte. Dekanin Ulrike Scherf verlas das Grußwort für Kultusministerin Karin Wolff, die in diesem Jahr nicht dabei sein konnte. Wolff hob in ihrem Schreiben die Arbeit der Gemeinden hervor und freute sich, dass mit dem Empfang das Kirchenjahr vom übrigen Jahr abgehoben wurde. Präses Axel Rothermel übermittelte die Grüße vom Präses der Kirchensynode, Prof. Karl Heinrich Schäfer, der die beiden Dekanate als eine Region kennt, in der kirchliches, glaubwürdiges Leben praktiziert werde, die Kirche gesellschaftliche Verantwortung übernehme und den Menschen zugewandt sei.

Im Mittelpunkt des Abends stand die Ehrung von Liselotte Lannert mit der Starkenburger Silberplakette. Laudator Erich Nauth lobte das faszinierende Engagement der Zotzenbacherin, die 50 Jahre lang, die Kirchenkasse verwaltet hat. Fünf Pfarrer hat sie in dieser Zeit in Sachen Geld beraten und sich in vielen anderen Bereichen im kirchlichen Leben stark gemacht. Als Mitbegründerin und Vorsitzende des Frauenkreises ist sie noch immer aktiv. Als gelebte Nächstenliebe bezeichnete Nauth das, was sich Lannert nicht nehmen lässt. Sie kocht immer wieder ein paar Portionen mehr für die Kranken oder Bedürftigen in der Gemeinde und besucht bei Altengeburtstagen gerne die Jubilare. Nauth wandte sich in seiner Laudatio auch an ihren Mann Karlheinz Lannert, der seiner Frau hilft und ihr Engagement unterstützt. Am Samstag bekam sie für ihr Engagement von Dekanin Scherf und Präses Rothermel eine Ehrenurkunde und die Plakette verliehen. Ganz viele Glückwünsche und stehende Ovationen folgten der Verleihung.

Pröpstin Karin Held legte die Jahreslosung für 2008 gewohnt spritzig, amüsant und auch etwas provozierend aus. Sie verglich sie die Jahreslosung mit Zeitungshoroskopen. Held sprach von Regenschirmworten, die so wage sind, dass sie ein großes Feld umspannen und sich auf viele Situationen übertragen lassen sowie Balsamtexten, die jeder gerne hört und sie scheute sich nicht, hier zwischen Losung und Horoskop Parallelen zu ziehen. Aber sie stellte auch die Unterschiede heraus, die vor allem darin liegen, dass die Losung „von einem Menschen stammen, den wir kennen“, Jesus Christus, und nicht von einem unbekannten Schreiber und er selbst mit seinem Leben für diese Worte eingestanden ist. Und so dürfen sich Christen 2008 an den „Regenschirmworten und dem christlichen Balsamtext“ erfreuen: „Ich lebe und ihr sollt auch leben“.

Es war ein würdiger Beginn für das neue Kirchenjahr und die Adventszeit, vor allem auch durch die musikalische Unterstützung der Kirchenchöre Fürth und Siedelsbrunn und dem Schlierbacher Posaunenchor und der tollen kulinarischen Betreuung von Seiten des TV-Fürths. Traditionell ruft die Evangelische Kirche in der Adventszeit zu Spenden auf. Die Hilfsaktion «Brot für die Welt» wurde am Sonntag im hessischen Marburg eröffnet.

Text und Bild: Marion Körner