05.11.2007 Bensheim: Festgottesdienst und Empfang - 40 Jahre Stephanusgemeinde waren Anlass zum Feiern

Mit einem feierlichen Festgottesdienst und anschließendem Empfang feierte die Evangelische Stephanusgemeinde ihren 40. Geburtstag. Pröpstin Karin Held sprach in ihrer Predigt davon, was eine Gemeinde ausmacht. „Gemeinde, das sind die vielen Menschen, die in den vergangenen 40 Jahren die Gottesdienste besucht haben – erst im Kirchsaal, dann in der Stephanuskirche.“ Gemeinde seien aber auch diejenigen, die sich engagiert haben in den vielen Jahren.

Die Stephanusgemeinde entstand 1967 aus der Michaelsgemeinde. Mit einem Augenzwinkern berichtete davon Pfarrer Dr. Stefan Kunz in seinem Festgedicht. „Die G'meinde von St. Stephanus,die ist gewiß ein großes Plus,ein Lichtblick hier in unsrer Stadt,die unsre Sympathien hat. Dass ihr dies Werk so wohl gelingt, wie's heut im Lobpreis laut erklingt, das macht nun auch - ganz ohne Fehl- die Herkunft aus St. Michael. Der Apfel fiel nicht weit vom Stamm, das Mutterschaf gebar ein Lamm. Vor 40 Jahr'n ist das gescheh'n, und heute ist's mit Stolz zu sehn.“ Geboren wurde das Lamm zu einer Zeit, in der Bensheim selbst wuchs, wie Bürgermeister Thorsten Herrmann in seinem Grußwort beim Empfang berichtete, zuvor war im Westen nur eine kleine Siedlung. Und Herrmann weiß dass zu schätzen, denn „die Stephanusgemeinde war und ist ein prägendes Element der Stadt.“ Die Pröpstin fragte sich in der Predigt, .welches Programm der Name „Stephanus“ der Gemeinde gibt.

Denn Stephanus, so verlas es Pfarrerin Renate Schmidt zuvor, war ein weiser Diakon und der erste überhaupt, der getötet wurde, weil er sich zu Jesus bekannte. Die christliche Botschaft braucht Vorbilder, die den Glauben lebbar machen. Dietrich Bonhoeffer, Elisabeth von Thüringen oder eben Stephanus waren solche Vorbilder. „Worte belehren, aber Beispiele ziehen“, zitierte die Pröpstin aus dem Lateinischen. Allerdings seien Vorbilder keine Kopiervorlagen. „Das war deren Weg zu deren Zeit. Für das Wie haben wir unsere eigene Verantwortlichkeit. Aber dass sie es getan haben, das ist unser Vorbild“ und das zeige sich auch in der jüngeren Bensheimer Gemeinde in der Kindertagesstätte, im Gottesdienst und im Ehrenamt.

Auch am Sonntag war davon wieder einiges zu sehen und zu hören. In liebevoller Arbeit haben viele Helfer den Gottesdienst vorbereitet, die Gemeinde und die Besucher begrüßt und den Sektempfang vorbereitet. Der Erwachsenen-Flötenkreis mit seiner Dirigentin Ingeborg Hild und der Posaunenchor unter Leitung von Peter Leisemann bereicherte den Gottesdienst. Und auch Jens Witte trug mit seiner Orgelmusik zu einem gelungenen Festgottesdienst bei. Im Anschluss an den Empfang gab es eine Diaschau aus den vergangenen 40 Jahren, die Renate Krebs vorbereitete.

Der Präses der Dekanatssynode Axel Rothermel fragte sich beim Empfang, wie die Diskussion wohl ausgesehen hat vor 40 Jahren, als die Entscheidung anstand, eine neue Gemeinde zu gründen. Und vor allem, wie man heute entscheiden würde. Er lobte den Mut und den Tatendrang, der zur Gemeindegründung führte und auch die vielen Dinge, die oft übersehen werden, wie die Arbeit des Kirchenvorstandes, die Gemeinschaft, die ökumenische Arbeit der vergangenen 40 Jahre.

40 Jahre bestand auch die Nachbarschaft zwischen dem Konfessionskundlichen Institut und der Gemeinde. Dr. Walter Fleischmann-Bisten, der Leiter des Instituts, weiß die biblische Zahl von 40 Jahren zu schätzen, vor allem auch, weil er selbst mehr als die Hälfte der Zeit miterlebte. Nun geht diese Nachbarschaft zwar zu Ende, aber mit seinem Geschenk zum Jubiläum schaffte er auch eine Verbindung für die kommenden 40 Jahre. Denn alle Exemplare der Taschenbuchreihe "Bensheimer Hefte", die in den nächsten 40 Jahren erscheinen, soll die Gemeinde kostenlos erhalten.

Ihre Glückwünsche überbrachte Christine Franke, die Leiterin der Kindertagesstätte, die der Gemeinde einen Stern mit Licht schenkte, der für sie sinnbildlich für die Kirchengemeinde steht. Auch Helga Stephan, eine der drei Leiterinnen des Frauen- und Mütterkreises, gratulierte stellvertretend für die Kirchengemeinde den beiden Pfarrerinnen Petra Babylon und Renate Schmidt und von der Laurentiusgemeinde war es Pastoralreferent Hans-Peter Kohl, der bei diesem Geburtstag die Gemeinsamkeiten der beiden Gemeinden betonte.

Text: Marion Körner
Bild: Georg Moodt