02.11.2007 Vortrag im Haus der Kirche: "Sterben und Umgang mit Tod in Afrika"

Es ist eine Binsenweisheit, dass jeder Mensch sterben muss. Sterben und Tod gehören zu jedem menschlichen Leben dazu. Denn nicht nur der eigene Tod ist sicher und gewiss, sondern auch der Tod der Menschen, die um einen sind, mit deren Verlust man jederzeit konfrontiert werden kann.

Der Tod ist eine Erfahrung, die alle Menschen auf dieser Welt teilen. Und doch geht jede Kultur mit dieser Konstante anders um, misst ihr anderen Wert bei und hat andere Rituale, die den Übergang von Leben zu Tod begleiten.

In unserer westlichen Gesellschaft ist Tod ein Tabuthema geworden ist, das oft verdrängt wird. In vielen Gesellschaften Afrikas durchdringen Vorstellungen über den Tod, das Jenseits und die Ahnen jedoch noch stets den Alltag, weiß Dr. Ulf Vierke, Afrika-Ethnologe der Universität Bayreuth.

In seinem Vortrag „Sterben und Umgang mit Tod in Afrika“ wird er am 2. November um 19.30 Uhr im Haus der Kirche beispielhaft zeigen, welche Vorstellungen die Senufo, eine große Volksgruppe im Norden der Elfenbeinküste, über den Tod, das Jenseits und die Ahnen haben.

Eingeladen von der Notfallseelsorge wird er anhand einer traditionellen Beerdigung aus den 1990er Jahren zeigen, wie eng in der Sicht der Senufo ihr alltägliches Leben mit der jenseitigen Welt und den mächtigen Ahnen verbunden ist: Konflikte und Unstimmigkeiten im sozialen Gefüge der Lebenden rufen den Unmut der Ahnen hervor oder können umgekehrt Anzeichen für deren Unzufriedenheit sein.

So ist der Tod eines Menschen in der Kultur der Senufo nicht nur ein persönliches, trauriges Ereignis, sondern stellt vor allem die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit vor die Aufgabe, dem Geist des Verstorbenen den Eintritt ins Jenseits zu ermöglichen und damit das Gleichgewicht zwischen Diesseits und Jenseits und den Einklang zwischen Ahnen und Lebenden wiederherzustellen.

Den Vortrag „Sterben und Umgang mit Tod in Afrika“ gibt es am 2. November um 19.30 Uhr im evangelischen Haus der Kirche in der Ludwigstraße 13. in Heppenheim. Der Eintritt ist frei.