02.10.2007 Krippenspiele anleiten – „Alle Jahre wieder“ - Seminar für Kinder-Gottesdienst-Leiter kam gut an

Das wichtigste am Krippenspiel? Maria und Josef und das Jesuskind, denken Sie vielleicht. Liegt ja auch nahe diese Vermutung. Für Uwe Hausy, Referent für Spiel und Theater im Zentrum für Verkündigung in Frankfurt, ist das weniger klar. Ihm geht es vor allem darum, dass die Kids die Texte nicht einfach stur auswendig lernen. Ein Krippenspiel hat auch eine emotionale Seite und lebt vom Verstehen des Inhaltes, das haben die zehn Teilnehmer am Samstag gelernt.

In acht Stunden haben sie neue Ideen bekommen, ein Krippenspiel ansprechend zu gestalten und das ist auch möglich, wenn die Hauptpersonen Maria, Josef und Jesus gar nicht mit von der Partie sind. Das Stück, mit dem sich Hausy, Beate Schuhmacher-Ries, Referentin für Kindergottesdienste im Evangelischen Dekanat Bergstraße, und die übrigen zehn Mitarbeitende im Kindergottesdienst auseinandergesetzt haben, kommt ohne diese Darsteller aus.

Es spielt zwar in der Zeit der Geburt Jesu, aber die Protagonisten sind nur die Bewohner Bethlehems, die sich über das Geschehen in ihrer Stadt auslassen: „Wenn ich der Hermann wäre, ich würde den Josef nicht nehmen. Guck doch mal wie dreckig und verlumpt die aussehen. Die können sich das bestimmt gar nicht leisten. Mit solch einem Gesindel ruiniert man sich allerhöchstens den Ruf.“

Es ging am Samstag natürlich nicht um das Einüben des Krippenspiels, sondern darum vom Fachmann die Tipps und Tricks für die Regie mit nach Hause nehmen zu können. Wichtig war Hausy dabei, den Teilnehmenden zu vermitteln, dass sie, wie auch die Kinder sich ein inneres Bild von der Rolle, die sie spielen machen müssen. Die Rollen müssen dabei eindeutig und klar sein. Bevor die Teilnehmer zum Spielen kamen, mussten die Rollen in unterschiedlichen Varianten gelesen werden: mal betont, mal langsam, mal, wie wir die Rolle verstehen.

Danach ging es in den großen Seminarraum im Haus der Kirche, um mit Körperübungen den Ausdruck beim Spielen zu verdeutlichen: Wie gehe ich als König, als Mönch, wie gehe ich traurig, wie, wenn ich mich freue. Bei der folgenden Ausarbeitung des Krippenspiels bekamen die Teilnehmenden noch einige hilfreiche Tipps zum Umgang mit einem vorgefertigten Krippenspiel und wie dieses am besten mit den Kindern zu proben ist, damit diese nicht den Spaß verlieren. Beim Krippenspiel kann auch berücksichtigt werden, dass von vielen Orten im Kirchenraum gespielt wird, damit die Akteure von allen Plätzen einmal sichtbar sind.

Gleich zu Beginn des Seminars nach der Besinnung kam man in eine Diskussion, was bei einem Krippenspiel alles wichtig ist. Unter anderem wurde die Technik als einen wichtigen Faktor beschrieben. Während des Seminars waren eine Materialsammlung und Literatur ausgelegt, um sich auch über die Vielfalt der heutigen Krippenspiele zu informieren.