16.07.2009 Auswertung Kirchenvorstandswahl: "Gemeinden auf gutem Weg"


Die Feinauswertung der Kirchenvorstandwahlen im Evangelischen Dekanat Bergstraße hat den allgemeinen Trend in der Evangelischen Kirchen Hessen und Nassau (EKHN) bestätigt und zugleich aufschlussreiche Entwicklungen zu Tage gefördert.

Die Wahlbeteiligung stieg erstmals seit 24 Jahren wieder an. 19,5 Prozent der Gemeindemitglieder machten im fusionierten Dekanat von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Das ist gegenüber der vorangegangenen Wahl ein deutliches Plus. Die Vergleichszahlen von 2003 : Dekanat Bergstraße Mitte: 17,3 Prozent; Dekanat Bergstraße-Süd: 15,6 Prozent.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die Kirchengemeinden auf einem guten Weg sind. Die Arbeit der Kirchenvorstände wird anerkannt und unterstützt. Trotz der vielen Wahlen in diesem Jahr war in der evangelischen Kirche von Wahlmüdigkeit nichts zu spüren“, sagte die Bergsträßer Dekanin Ulrike Scherf. Am deutlichsten zulegen konnten die Gemeinden, die per Briefwahl abstimmen ließen. So steigerte Birkenau die Wahlbeteiligung von 15,3 auf 38,4 Prozent.

Gewählt wurden insgesamt 363 Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher. Sie bilden für sechs Jahren das Leitungsgremium der Kirchengemeinde. Knapp die Hälfte (154) hatte erstmals kandidiert. „Neben den bewährten und erfahrenen Kirchenvorstandsmitgliedern werden die neuen frischen Wind in ihre Gemeinde bringen“, ist Dekanin Scherf überzeugt. In den Kirchenvorständen sind Frauen (209) stärker vertreten als Männer (154). Die Altersgruppe der 40 bis 60jährigen macht rund die Hälfte der gewählten Mitglieder aus.

Einziger Wermutstropfen aus Sicht des Dekanats Bergstraße: bei der vergangenen Wahl erzielte die Gemeinde Beedenkirchen die höchste Wahlbeteiligung in der gesamten Propstei Starkenburg. Beedenkirchen ist mit 54,4 Prozent zwar unangefochten die Nummer 1 im Dekanat geblieben. Doch den Spitzenplatz in der Propstei musste die Gemeinde an Wald-Amorbach im Dekanat Odenwald abtreten, wo sich 69,9 Prozent an der Wahl beteiligten.

Von den 34 Kirchengemeinden im Evangelischen Dekanat Bergstraße konnte nur in der Gemeinde Gadernheim die Wahl nicht wie geplant stattfinden. Dort war eine Kandidatin überraschend verstorben. Die Wahl wird am 6. September nachgeholt.

Die neu gewählten Kirchenvorstände werden am 31. Oktober oder am 1. November in ihre Ämter eingeführt. Sie haben auch Einfluss auf die Entwicklung der Gesamtkirche. Denn sie wählen die Dekanatssynode, die ihrerseits Vertreter in die Landessynode  entsendet. Die Landessynode ist das höchste  Organ der EKHN. Sie wird sich im Frühjahr 2010 neu konstituieren.

 

Foto: Plakataktion für die KV-Wahl - von links n. rechts: Dekanin Ulrike Scherf, Kirchenvorsteher Thomas Büchner und  Präses Axel Rothermel

 

Text u. Foto: bet