23.06.2009 Christlich-Islamischer Dialog in Fußballschuhen


Der Region steht eine Fußball-Premiere der besonderen Art bevor. Erstmals treten evangelische und katholische Pfarrer gegen Imame und Gemeindevorsteher der Bergsträßer Moscheen an.

Anpfiff für das interreligiöse Kicken ist am Samstag, den 27. Juni um 10.30 Uhr auf dem Fußballplatz des FC Italia-Bensheim (Fichtestr. 2, an der B3, Nähe Bahnhof). Gespielt wird 2 mal 30 Minuten. Danach werden nochmals für ein kurzes Spiel gemischte christlich-muslimische Mannschaften gebildet. „Das zeigt, dass Pfarrer und Imame nicht mit harten Bandagen kämpfen werden. Die persönliche Begegnung und der Spaß sind wichtig, das Ergebnis ist zweitrangig“,  betont der Pfarrer für Ökumene im Evangelischen Dekanat Bergstraße, Renatus Keller. Die Pfarrer wollen aber offenbar auf dem Platz eine gute Figur machen und haben bereits Trainingseinheiten absolviert. Für den christlichen Spielerkader nominiert sind die evangelischen Pfarrer  Christof Achenbach (Auerbach),  Christoph Bergner (Bensheim-Michaelsgemeinde)) Thomas Hoffmann (Einhausen),   Dominik Kanka (Heppenheim-Christusgemeinde),   Renatus Keller (Ev. Dekanat), Stefan Ningel (Hammelbach), Tilmann Pape (Seeheim), Hans-Peter Rabenau (Jugenheim) und Frank Sticksel (Heppenheim-Heilig Geistgemeinde). Welche Ballzauberer die katholische Kirche aufs Feld schicken wird, ist noch nicht ganz geklärt. Sie wollen aber nach Möglichkeit ihre besten Fußballer nominieren.

Angesichts der evangelisch- katholischen Mannschaftsstärke rechnet sich der Gemeindevorsteher der Moschee in Wahlen, Aran Ali, für sein muslimisches Team keine großen Siegchancen aus. „Schön wäre es, wenn es unentschieden ausgeht. Ich befürchte aber, wir werden haushoch verlieren. Wir haben nämlich kaum Leute, die Fußball spielen können“. Immerhin: ein Imam will zumindest konditionell mithalten. Er bereitet sich mit Waldläufen auf das interreligiöse Kicken vor. Aran Ali: „Wir werden alle, die laufen können, mobilisieren und mit nach Bensheim nehmen. So können wir oft auswechseln, wenn einem die Puste ausgeht.“  Auch für die Muslime stehen der Spaß und die persönliche Begegnung mit den Pfarrern im Vordergrund.

„Das interreligiöse Kicken ist eine Begegnung der Religionen mit anderen Mitteln“, meint die Koordinatorin des Christlich-Islamischen Dialogs, Brigitte Paddenberg. „Mit dem Fußballspiel soll eine Begegnungsmöglichkeit geschaffen werden, die lockerer ist und die auch andere Personenkreisen anspricht.". Vor Beginn des Fußball-Spiels wird die Dekanin des Evangelischen Dekanats Bergstraße, Ulrike Scherf, ein Grußwort sprechen. Sie ist gespannt, ob sie bei ihren Pfarrer-Kollegen noch ganz andere Talente entdeckt und wünscht sich eine spannende, mitreißende und leidenschaftliche Partie mit fairen Gesten und hohem Unterhaltungswert. Muslime wie Christen hoffen auf lautstarke Unterstützung ihrer „Fans“. Im christlichen Wortschatz heißt die Aufforderung dafür: „Kommet zuhauf!“

Text: bet