11.06.2009 Endspurt zur Kirchenvorstandswahl - "Wir sind viele" in der evangelischen Kirche


„Wir sind viele“ lautet das  Motto einer Aktion, mit der im Jahr der Kirchenvorstandswahlen  auf die vielfältigen Angebote und Beteiligungsmöglichkeiten in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) aufmerksam gemacht wird -jetzt auch an ausgewählten Litfaßsäulen. Die Plakate und Postkarten machen deutlich, dass evangelische Christen keine „Exoten“ in der Gesellschaft sind, sondern mitten im Leben stehen.

Auf einem Plakat ist zum Beispiel Thomas Büchner zu sehen. Er ist im Hauptberuf Züchter von Rollrasen für Fußballstadien und kandidiert am 21. Juni  erneut für den Kirchenvorstand seiner Heimatgemeinde Alsbach im Evangelischen Dekanat Bergstraße. Sein Motto: „In Gemeinschaft wächst Zukunft“.  Der 46jährige will mit der Plakataktion keine Werbung für sich machen, sondern für eine hohe Wahlbeteiligung.

Bei der Wahl werden über 11.000 Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher gewählt. Im Dekanat Bergstraße sind es 386. „Nur wer wählt, kann mitentscheiden, welche Richtung die Kirchengemeinde in den nächsten sechs Jahren nehmen wird“, sagt Präses Axel Rothermel und betont: „Kirchenvorstände müssen nicht den Mangel verwalten. Sie können entscheidende Akzente setzen – sei es in Diakonie, Kindergärten, Jugendarbeit, Seelsorge oder Verkündigung.“

 „Wir sind viele“ gilt auch für die Posaunistinnen und Posaunisten in der evangelischen Kirche. Stellvertretend für 5.825 Menschen in den Posaunenchören der EKHN hat sich Ralf Baumgärtner für die Plakataktion zur Verfügung gestellt. Er ist als Kfz-Mechanikermeister  auf Landmaschinen und andere Nutzfahrzeuge spezialisiert und meint: „Viertakter oder Dreivierteltakt – der Rhythmus für Motor und Kirche“. Auch im Evangelischen Dekanat Bergstraße ist jede Menge Musik drin. „Wir haben derzeit 15 Posaunenchöre mit rund 300 Musikerinnen und Musiker. Sie treten bei Gottesdiensten und Gemeindefesten auf und sind eine hörbare Bereicherung des kirchlichen Lebens“, meint Dekanin Ulrike Scherf.  

„Wir sind viele“ kann man ohne Übertreibung auch von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozial- und Diakoniestationen behaupten. Tanja Achenbach, die sich ebenfalls an der Plakataktion beteiligt, ist eine von 1.597 Pflegekräften in der EKHN. Sie meint: „Liebevolle Pflege gibt es auch daheim“. Dafür setzen sich auch die 156 Mitarbeitenden in den vier Diakoniestationen im Evangelischen Dekanat Bergstraße ein. „Die Hilfe der Diakoniestationen kann jeder in Anspruch nehmen – unabhängig von Konfession, Herkunft  oder Nationalität“, versichert Dekanin Scherf.  „Es ist der diakonische Auftrag der Kirche, sich für die Kranken und Schwachen in unserer Gesellschaft einzusetzen.“

In den 34 Gemeinden des Dekanats Bergstraße geht die Mobilisierung für die Kirchenvorstandswahlen in die „heiße“ Phase. Die Wahlen sind praktizierte Demokratie in der evangelischen Kirche. Als oberstes Leitungsgremium der Gemeinde ist der Kirchenvorstand für alle Personal- und Finanzangelegenheiten zuständig. Im Gegensatz zur Europa- oder Landratswahl sind bei den Kirchenvorstandswahlen auch Jugendliche ab dem vollendeten 14. Lebensjahr wahlberechtigt.

Foto von links nach rechts:
Dekanin Ulrike Scherf, Kirchenvorsteher und (Model) Thomas Büchner und (im Blaumann) Präses Axel Rothermel

Text u. Foto: bet