10.06.2009 Teeny-Kirche "You are so beautiful" - Was man mit dem Auge und was man mit dem Herzen sieht



Für den Kindergottesdienst fühlen sie sich zu alt, doch jugendliche Konfirmanden sind sie auch noch nicht. Dass 10 bis 13jährige in das evangelische „Loch“ fallen, muss nicht sein, sagten sich die Kirchengemeinden Affolterbach, Hammelbach und Wald-Michelbach im Dekanat Bergstraße. Sie initiierten die Teeny-Kirche und der Erfolg gab ihnen recht.

„You are so beautiful“ - fast 40 Kids waren diesem Aufruf zur Teenie-Kirche gefolgt. Sie notierten zunächst auf Karten, was für sie Schönheit bedeutet. „Schönheit ist, wenn man ganz toll aussieht“, schrieb ein Mädchen. Ein anderes bekannte: „Innere Werte sind Schönheit.“ Ein Junge hat ganz andere ästhetische Empfindungen. Er meinte: „Schönheit ist für mich Fußball!“



Wer oder was ist schön?

Zwischenzeitlich verwandelte sich das Gemeindehaus in eine „Beauty Farm“. In Workshops wurden Haare gestylt, Badesalz hergestellt, Schmuck gestaltet oder auch gesundes, vitaminreiches Essen zubereitet. Auch das Fitness –und Wellness-Programm kam nicht zu kurz. Was tut man nicht alles, um schön zu sein!  Doch die 10-13jährigen konnten auch entdecken, dass Schönheit mehr ist als schicke Klamotten und gefärbte Haare. „Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an“ – lautete das Thema der Teeny-Kirche, mit dem sich die 10 bis 13jährigen intensiv auseinandersetzten. Der Hammelbacher Pfarrer Stefan Ningel und die Referentin für Kindergottesdienst im Dekanat, Beate Schuhmacher-Ries, die die Teeny-Kirche gemeinsam vorbereitet hatten, äußerten sich begeistert: „Die Kinder waren voll bei der Sache und hochmotiviert.“


Wer oder was ist schön?

Beim abschließenden Gottesdienst wurden die Schönheits-Definitionen der Kinder in die Fürbitten aufgenommen. Zwei Mitarbeiterinnen stellten die biblischen Geschichten über die Fußwaschung und die Heilung eines Gichtbrüchigen szenisch dar. Das Thema der Teeny-Kirche, was wir mit dem Auge und was wir mit dem Herzen sehen, wurde dabei erneut aufgegriffen.
Die Erfahrungen mit der Teeny-Kirche werden demnächst ausgewertet. Entschieden ist zwar noch nichts, doch es sieht ganz danach aus, dass die erste Teeny-Kirche nicht die letzte sein wird. Ein Mutter, die nach Abschluss der Veranstaltung ihr Kind abholte, war eine ganz eigene Idee von Schönheit gekommen: „Schön ist es“, meinte sie, „wenn die Kirche an Kinder in diesem Alter denkt“.

Text: bet
Fotos: Kirchengemeinde