06.05.2009 "Ich trete in große Fußstapfen"


Am kommenden Sonntag (10. Mai) verabschiedet sich Pfarrer Dominik Kanka von seiner evangelischen Kirchengemeinde in Schwanheim. Bereits eine Woche später wird er als neuer Pfarrer der Christusgemeinde in Heppenheim eingeführt.

Sieben Jahre war Dominik Kanka in Schwanheim tätig. In dieser Zeit hat er einiges bewegt. „Manche Dinge habe ich zu schnell gemacht“, räumt der 38jährige ein, “aber die Gemeinde war immer offen, etwas Neues auszuprobieren“. Als Beispiel nennt er die Gottesdienstgestaltung.  Es wurden neue Formen entwickelt – etwa bei den Lichtergottesdiensten, den Familiengottesdiensten  oder kürzlich bei den Osterfeiern.  „Aufgewertet wurden die Gottesdienste vor allem durch die aktive Mitarbeit des Kirchenvorstands“, betont der Pfarrer. Ähnliche Erfahrungen hat er beim Konfirmandenunterricht gemacht. Dafür konnte er zusammen mit Margrit Hechler ein Team von ehemaligen „Konfis“ gewinnen.  In der evangelischen Gemeinde Schwanheim, zu der auch Fehlheim, Rodau und Langwaden gehören, sind in den vergangenen Jahren auch kulturelle Akzente gesetzt worden – etwa durch die Auftritte des Kammerchors „Cantemus“. Dass sich die  Gemeinde auf vier Orte erstreckt, bedeutete für Pfarrer Kanka, dass er sonntags stets zweimal Gottesdienst hielt – einmal in Schwanheim und abwechselnd jeweils in Rodau und Landwaden. Neben den Gottesdiensten betrachtet er die Seelsorge als besonders wichtig. Etliche Gemeindemitglieder haben sich mit ihren Nöten und Sorgen dem Pfarrer anvertraut. So verwundert es nicht, dass viele sein Gehen bedauern.

Die Christusgemeinde in Heppenheim sieht Dominik Kanka als reizvolle Aufgabe. Es ist eine Gemeinde im Umbruch. Pfarrerin Fröhlich, die dort 17 Jahre tätig war, ist nach Darmstadt in die Klinikseelsorge gegangen, und der Vorgänger seiner Pfarrstelle, Pfarrer Schwemer, der die Gemeinde 25jahre lang prägte, in den Ruhestand „ „Es ist mir bewusst, dass es sehr große Fußstapfen sind, in die ich in Heppenheim trete werde“, meint Pfarrer Kanka. Die Christusgmeeinde sei so ausgerichtet, dass sie erkennbar Kirche auch für andere Menschen sei. Als Beispiel nennt Pfarrer Kanka das Kirchenasyl, das mehrfach in der Christuskirche gewährt wurde, oder den Einsatz der Gemeinde gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit. Es sind Herausforderungen, denen er sich stellen will.

In Heppenheim wird Pfarrer Kanka Beauftragter des Evangelischen Dekanats Bergstraße für die Partnerschaft mit dem ostdeutschen Kirchenbezirk Eisleben bleiben. Er will sich auch weiterhin in der ökumenischen Notfallseelsorge engagieren.  Über seine alte und seine neue Wirkungsstätte sagt er: „Ich habe gern in Schwanheim gearbeitet, aber ich gehe jetzt auch gern nach Heppenheim“. Was er nicht gern tut, sagt er nicht, aber man sieht es ihm an: Umzugskartons schleppen.


Text u.Foto: bet