04.05.2009 Evangelische Frauen auf gutem Kurs - Ausstellung im Haus der Kirche


Im Heppenheimer Haus der Kirche ist die Ausstellung „100 Jahre … auf gutem Kurs“ eröffnet worden. Die Exponate geben einen Einblick in die Arbeit der Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau und ihre Geschichte.

„All zu oft hätten Frauen in der Vergangenheit gemeint, ihre Arbeit sei im Grunde nicht der Rede  und schon gar nicht der Überlieferung wert“, sagte die Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Hessen und Nassau, Christiane Drewello-Merkel, die die Festrede hielt. „Dagegen ist festzuhalten: Immer schon haben Frauen Geschichte gemacht. Diese Geschichte  auch aufzuschreiben und wahrzunehmen, ist ein Anliegen dieser Ausstellung.“

Die Ausstellungsstücke beleuchten auch die regionale Geschichte der Frauengruppen im Dekanat Bergstraße und machen deutlich, unter welchen Bedingungen sich Frauen organisierten. So werden unter anderem eine Zigarrenschachtel gezeigt, die der Frauenhilfe aus Schlierbach als Kasse diente, oder ein fein säuberlich beschriebenes Heft aus Jugenheim, in dem die Mitgliedsbeiträge notiert wurden. Alte Fotographien zeigen Ausflüge der Frauenhilfe aus Hammelbach. Die ältesten Fotos stammen aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

In einem Reader, der in der Ausstellung ausliegt, kann die Geschichte der einzelnen Frauengruppen im Dekanat nachgelesen werden. Bei manchen ist das Gründungsdatum nicht mehr bekannt, etwa für die Frauengruppe in Birkenau. In dem Bericht heißt es: „1901 wurde eine evangelische Schwesternstation errichtet. Zu diesem Zeitpunkt wird ein Frauenverein erwähnt, der aus 25 Mitgliedern bestand“. In Heppenheim wurde der 1902 der evangelische Frauenverein als Unterabteilung des Hausfrauenbundes gegründet.  Besondern hervorzuheben ist die Gründung der evangelischen Frauenhilfe in Hähnlein im Jahr 1933. Sie wollte „kirchliches, christliches Leben innerhalb der Gemeinde wecken und helfend eingreifen“. Die Gründung richtete sich gegen die NSDAP und die NS-Frauenschaft.

Helga Koltermann vom Dekanatsfrauenteam erinnerte an die evangelischen Frauen, die den heutigen vorausgegangen seien und die durch ihren Einsatz einiges erreicht hätten. In einem Grußwort würdigte Dekanin Ulrike Scherf das soziale und ehrenamtliche Engagement der Frauen, Als ein Beispiel nannte sie den Weltgebetstag der Frauen. Er gilt als größte ökumenische Basisinitiative und wird jedes Jahr in über 170 Ländern gefeiert. Musikalisch umrahmt wurde Ausstellungseröffnung von Gabriele Forrester und ihren beiden Töchtern.

Zu der Ausstellung, die bis zum 29. Mai zu sehen ist, gibt es ein Begleitprogramm. Es beginnt am kommenden Mittwoch (6.Mai) mit einem Frühstückstreffen, zu dem das Dekanatsfrauenteam ab 9.30 Uhr ins Haus der Kirche einlädt. Das Thema: Was mache ich mit einem biblischen Text und was macht er mit mir?“

Das Foto zeigt eine Tracht aus Schlierbach
Text u.Foto: bet