10.04.2009 Ostern - eine unglaubliche Geschichte?


Nach einer repräsentativen Umfrage der Bertelsmann-Stiftung glaubt die Mehrheit der Deutschen an ein Leben nach dem Tod. Auffallend ist ein Teilergebnis der Studie. Danach lehnen 30 Prozent der getauften evangelischen Kirchenmitglieder den Auferstehungsglauben ab. (Quelle: Evangelische Sonntags-Zeitung)

Ist die biblische Erzählung, Jesus Christus sei von den Toten auferstanden, eine unglaubliche Zumutung für aufgeklärte, rational denkende Menschen? Mit dieser Frage befasst sich die aktuelle Ausgabe einer aufgeklärten,  rational argumentierenden Wochenzeitung:  DIE ZEIT. Es glaubt ja auch niemand an die griechische Sage von Orpheus, der Eurydike aus der Unterwelt holt, stellt ZEIT-Redakteurin Sabine Rückert fest. Warum nur konnte sich der Glaube an die Auferstehung Christi über 2000 Jahre halten? Die Antwort von Sabine Rückert:

„Irgendetwas muss passiert sein, damals, im Garten des Josef von Arimathia. Irgendetwas, dessen Kraftstoß ein paar verstörte Fischer zu Gründern einer Weltreligion werden ließ, ein Kraftstoß, der das Christentum bis heute fortträgt. Was auch immer es war- die Jünger sind nach dem, was sie als Begegnung mit dem Auferstandenen wahrgenommen haben wollen, nicht mehr dieselben. Nicht mehr wiederzuerkennen. Wo sind die Feiglinge, die in die Dunkelheit flüchten, wenn ihr Meister von den Soldaten abgeholt wird? Die Wackelkandidaten, die ihn verleugnen, bis der Hahn kräht? Die Zweifler, die sich verbarrikadieren, während er am Kreuz erstickt? Mit einem Mal sind sie Apostel, Herolde der Überzeugung. Bereit, sich für ihre Botschaft zu opfern. Ihnen ist etwas Ungeheuerliches widerfahren und jetzt tragen sie dieses Erlebnis übers Land – eindringlich und offenbar glaubwürdig durch das Ausmaß ihrer persönlichen Erschütterung. Viele schenken ihnen Glauben … Ich glaube die Geschichte übrigens inzwischen auch.“ (DIE ZEIT, Nr. 16)

In allen Gemeinden des Evangelischen Dekanats Bergstraße wird Ostern gefeiert – als Sieg des Lebens über den Tod. In einigen Gemeinden beginnen die Osterfeiern noch in der Nacht zum Ostersonntag (z.B. in Heppenheim-Heilig Geist um 20.00 Uhr, in Birkenau, in Rimbach und Wald-Michelbach jeweils um 22.00 Uhr) oder noch im Dunkeln am frühen Ostermorgen zwischen 5.30 Uhr oder um 6.30 Uhr (unter anderem in Affolterbach, Alsbach, Auerbach, Bensheim-Stephanus, Bickenbach, Einhausen, Gorxheimertal, Gronau-Zell, Jugenheim, Lindenfels, Lorsch, Ober-Beerbach, Reichenbach, Schwanheim, Seeheim, Viernheim-Auferstehungsgemeinde und Zwingenberg). Andere wie bspw. die Gemeinden Birkenau und Zotzenbach feiern zudem um 8.00 Uhr Frühgottesdienste auf dem Friedhof. Dann wird überall das Osterlicht entzündet als Zeichen dafür, dass die Trauer über den Kreuzestod an Karfreitag umschlägt in helle Freude über die Auferstehung.

Dekanin Ulrike Scherf: „Ich wünsche Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest, das geprägt sein möge von der Freude über den Sieg des Lebens und die große Hoffnung, die davon ausgeht.“

 

"Auferstehung" - das Foto zeigt ein Fenster in der Ev. Kirche Zotzenbach
Text: bet
Foto: Gemeinde