02.11.2009 Nachlese zum Reformationstag: Die süsse Überraschung der Evangelischen Kirche


Es gab Wohngegenden, da klingelten am vergangenen Samstag als Gruselfiguren verkleidete Kinder im Fünf-Minuten-Takt an den Haustüren und verlangten Süßes und drohten bei Verweigerung mit Saurem. Zwei Jugendliche aus Alsbach dagegen drehten den Halloween-Spieß um:  sie brachten Süßes mit.

Johannes und Lukas (Foto links) wollten den Reformationstag nicht einfach verstreichen lassen und dem Gruselkabinett aus Monstern, Hexen, Teufeln und Gespenstern überlassen. Sie hatten sich mit Luther-Bonbons eingedeckt. Die rötlichen Bonbons stecken in einer Folie mit der Aufschrift „Luther-Bonbon. Die süße Überraschung der Evangelischen Kirche. Der 31. Oktober ist Reformationstag“. Der  17- und der 16jährige hatten von sich aus die Initiative ergriffen. Sie zogen durch die Straßen von Alsbach, klingelten an den Haustüren und schenkten den mehr oder minder verdutzten Bewohner Süßes zum Reformationstag. Obendrein überreichten sie ihnen Handzettel mit Informationen über Luther und die Reformation. Die Evangelische Kirche erinnert am 31. Oktober an den Beginn der Reformation, als im Jahr 1517 Martin Luther nach der Überlieferung 95 Thesen zu Ablass und Buße an die Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen hatte

„Die Leute haben sehr unterschiedlich reagiert“, sagte Lukas nach der Aktion. Manche seien abweisend gewesen, weil sie glaubten die beiden Jugendlichen wollten ihnen irgendetwas verkaufen. Andere waren positiv überrascht und äußerten sich  anerkennend. „Eine Frau bedankte sich für die Luther-Bonbons und versprach die Informationen über die Reformation in jedem Fall zu lesen“, berichteten die beiden Jugendlichen.  Ein anderer Mann solidarisierte sich mit ihnen und meinte, Halloween müsse man nicht feiern. Zugleich sei er aber skeptisch gewesen, ob man mit Luther-Bonbons Monster, Teufel und Gespenster vertreiben könne. Nur wie sagte der Reformator Martin Luther doch so treffend: „Wo zwanzig Teufel sind, da sind auch hundert Engel.“

Text: bet