23.10.2009 Pilotstelle für Mehrgenerationenarbeit - Einführung von Marion Voigt


Das Evangelische Dekanat Bergstraße hat erstmals eine Pilotstelle für Mehrgenerationenarbeit eingerichtet. Die Aufgabe übernimmt die Gemeindepädagogin Marion Voigt, die bei einem Gottesdienst in der evangelischen Kirche Wald-Michelbach in ihr Amt eingeführt wurde.

Mehrgenerationenarbeit versteht Marion Voigt als praktische Unterstützung der einen Generation für die andere. Dafür will sie entsprechende Projekte initiieren. „Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, ein Seniorenkaffee mit einer Schularbeitenhilfe für Grund- und Hauptschüler zu kombinieren. Davon würden beide Generationen profitieren“, meint die 53 jährige. Sie will mit ihrer Arbeit Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Kompetenzen zusammenführen. Dazu verfügt sie laut Dekanin Ulrike Scherf über „Schätze von Erfahrungen, die gemeinsam gehoben werden könnten“. Marion Voigt war zuvor über 20 Jahre als Diakonin in verschiedenen Gemeinden der hannoverschen Landekirche tätig.

Ihre Stelle ist jeweils zur Hälfte  in Wald-Michelbach und in Zotzenbach angesiedelt. Bei ihrer Einführung waren deshalb auch beide Gemeinden vertreten – aus Zotzenbach Kirchenvorsteherin Ruth Würsching und Pfarrer Hermann Birschel, aus Wald-Michelbach Kirchenvorsteherin Ute Gölz und Pfarrerin Martina Beyer. Neben Dekanin Scherf nahmen für das Dekanat Präses Axel Rothermel, die Referentin für Kindergottesdienst Beate Schuhmacher-Ries und Irmgard Wagner vom Dekanatsynodalvorstand an der Einführung teil. Der Bürgermeister von Wald-Michelbach, Joachim Kunkel, sicherte die Unterstützung der politischen Gemeinde zu.

Der Mehrgenerationenarbeit wird auch politisch große Bedeutung beigemessen. Das betonte der hessische Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit, Jürgen Banzer, in seinem Vortrag direkt im Anschluss an die Einführung der Gemeindepädagogin. Die Ursache für die grassierenden Ängste und Sorgen in der Gesellschaft führt Banzer darauf zurück, dass ein Austausch und gemeinsames Zusammenleben von mehreren Generationen kaum mehr stattfinde. So könnten die Jüngeren auch nicht von den Erfahrungen der Älteren profitieren. Unkenntnis führe zu Unsicherheit und das mache Angst.  „Unsere Gesellschaft bekommt ein großes Problem, wenn es keine Kommunikation mehr unter den Generationen gibt“, sagte Minister Banzer. Er begrüßte ausdrücklich die neue Stelle für Mehrgenerationenarbeit im Evangelischen Dekanat Bergstraße. Es gehe  letztlich darum, Vereinzelung zu verhindern und stattdessen jeden mitzunehmen und jeden an der Gestaltung der Gesellschaft teilhaben zu lassen.

 

Foto von links n. rechts: Dekanin Ulrike Scherf, Minister Jürgen Banzer, Gemeindepädagogin Marion Voigt

Text u. Foto: bet