16.10.2009 Hans-Joachim Greifenstein neuer Pfarrer in Schwanheim


Heute ist sein erster Arbeitstag, am Sonntag, 25.10. wird Hans-Joachim Greifenstein im Gottesdienst um 10.15 Uhr in der evangelischen Kirche in Schwanheim als neuer Pfarrer eingeführt. Der 52jährige ist dann Seelsorger für die Gemeinden Schwanheim, Fehlheim, Langwaden und Rodau.

"Ich freue mich sehr auf diese neue Aufgabe und diesen neuen Lebensabschnitt ", so Greifenstein, der vorher 20 Jahre Gemeindepfarrer in Babenhausen gewesen ist. In dieser Zeit gründete er mit seinem damaligen Kollegen Claus-Jochen Herrmann das mittlerweile bundesweit bekannte "Erste Allgemeine Babenhäuser Pfarrer(!)-Kabarett". Nach seiner Verabschiedung im Jahr 2006 nahm der "bekennende Südhesse" eine dreijährige Auszeit, in der das Kabarett zum Hauptberuf wurde. "Das hätte noch ein paar schöne Jahre so weiter gehen können. Es kamen sehr viel mehr Anfragen von Veranstaltern, als wir freie Termine hatten", so Greifenstein, "aber auf Dauer ist mir das Künstlerleben nicht spannend genug. Als Gemeindepfarrer wird man noch anders gefordert, das hat mir gefehlt."

Das Kabarett wird er als Hobby weiter betreiben, aber nur noch mit 50 Auftritten im Jahr, das wurde im Bewerbungsverfahren mit dem Kirchenvorstand so vereinbart. Im Übrigen hat Greifenstein Hobby und Beruf schon in seiner Babenhäuser Zeit nebeneinander ausgeübt und stets streng getrennt: "Wenn die Leute in den Gottesdienst kommen, wollen sie kein Kabarett erleben und auf der Bühne haben wir nie gepredigt. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps."

Greifenstein zieht mit seiner Frau Doris (Foto) ins Schwanheimer Pfarrhaus ein. Das Paar ist in zweiter Ehe miteinander verheiratet und freut sich über fünf Kinder und vier Enkelkinder. Doris Greifenstein ist gelernte Apothekenhelferin, hat im Pflegebereich gearbeitet und ist nun als Gemeindesekretärin tätig. In ihrer Heimatgemeinde war sie auf vielfältige Weise ehrenamtlich aktiv, so auch 18 Jahre lang als Mitglied im Kirchenvorstand, davon acht Jahre in der Funktion als stellvertretende Vorsitzende. Auch sie freut sich auf die neue Herausforderung: "Ich möchte die Gemeinde erst einmal näher kennen lernen und mich ehrenamtlich engagieren, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt." Auch ihr Mann will "erst mal mehr zuhören als reden". Zwar sei er von seiner Grundeinstellung her "schwungvoll optimistisch" und habe immer eine Menge Ideen, aber "erst muss man den Weinberg kennen lernen, bevor man ihn bearbeitet", so Greifenstein. "Die schöne Gegend" sei ein Pluspunkt für die Bewerbung gewesen, so die beiden. "In Schwanheim ist man auf dem Land, aber bestimmt nicht hinterm Mond", freut sich das neue Pfarrerehepaar.

Gemeinsam mit dem neuen Kirchenvorstand und den zahlreichen engagierten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte Greifenstein eine lebendige Gemeindearbeit begleiten: "Kirche ist keine Funktionärsveranstaltung. Leben entsteht nicht durch das Abspulen eines aktivitätsimitierenden Routineprogramms, sondern nur dann, wenn Menschen sich vom Heiligen Geist anwehen, aufrütteln und bewegen lassen. Nur wenn es echt ist, ist es gut. Darum ist es mir erst einmal nicht so wichtig, ob beim Gottesdienst die Kirche voll ist oder nicht. Wichtig ist, dass wir erfüllt sind, wenn wir sonntags aus der Kirche raus kommen, und dann Gott und den Menschen eine gute Woche vorlegen. Wenn das hinhaut, müssen wir uns um Besucherzahlen keine Sorgen machen."