10.10.2009 Dekanatssynode fordert Unterstützung für die Tafel


Das Evangelische Dekanat Bergstraße setzt sich dafür ein, dass die Tafeln, die die Verteilung von Lebensmitteln an Bedürftige organisieren, stärker unterstützt werden. Die Dekanatssynode verabschiedete bei ihrer Tagung in Wald-Michelbach einen Antrag, in dem die Landeskirche gebeten wird, die Tafelarbeit des Diakonischen Werks finanziell zu fördern.

Das Diakonische Werk in Hessen und Nassau unterhält insgesamt 16 Tafeln, die wöchentlich über 8.000 Menschen unterstützen. Im Landkreis Bergstraße ist das Diakonische Werk Träger der Tafeln in Rimbach und Lampertheim. Die Dekanatsynode appellierte zudem an die Kirchenleitung der EKHN, sich gemeinsam mit dem Diakonischen Werk dafür einzusetzen, dass sich die Lebensbedingungen der betroffenen Menschen so verbessern, dass die Tafeln ihre Notwendigkeit verlieren.

In einem weiteren Antrag, den die 117Synodalen ebenfalls ohne Gegenstimme verabschiedeten, wird die Kirchenleitung beauftragt, bei der hessischen Landesregierung dafür einzutreten, dass der Konfirmandenunterricht nicht durch die Ganztagsschule und die G8-Stundentafel gefährdet werde. Die Dekanatssynode sprach sich dafür aus, dass der Dienstagnachmittag in den 8. Klassen an allen Schulen vom Pflichtunterricht freigehalten werde.

Dekanin Ulrike Scherf berichtete den Synodalen über die Aktivitäten der im Juli auf Initiative des Evangelischen Dekanats Bergstraße gegründeten Allianz für den freien Sonntag in der Region Starkenburg. Dazu hatten sich  neben evangelischer und katholischer Kirche auch der DGB und Verdi Südhessen sowie der Olympische Club Starkenburg zusammengeschlossen. Nach Angaben der Dekanin hat der Landkreis Bergstraße inzwischen acht Kommunen die Ladenöffnung an bis zu 40 Sonn- und Feiertagen genehmigt. Begründet werde dies in der Regel mit einem besonderen Besucheraufkommen. In den Nachbarlandkreisen seien solche Genehmigungen nicht erteilt worden. Dekanin Scherf begrüßte die Ankündigung der hessischen Landesregierung, Kriterien festzulegen, was ein erhöhtes Besucheraufkommen sei. Sie betonte, dass viele Kirchengemeinden entschlossen seien, für den freien Sonntag deutlich Position zu beziehen.
 
Die Dekanatssynode verabschiedete zudem den Haushaltsplan für das Jahr 2010. Er ist ausgeglichen und sieht Einnahmen und Ausgaben in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro vor.

Die Sitzung in Wald-Michelbach war die letzte der zu Ende gehenden Wahlperiode des regionalen Kirchenparlaments. Zum Abschluss sorgte der Kabarettist und Pfarrer Ingmar Neserke (Foto) mit seiner „Christlich-Satirischen Unterhaltung (CSU)“ für einen vergnüglichen Ausklang.

Bis Ende Januar nächsten Jahres wählen die Kirchengemeinden neue Delegierte in die Dekanatssynode, die am 6. März 2010 zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammenkommen wird.

 

Text u. Foto: bet