21.09.2009 Zotzenbacher Adventskranz als Besuchermagnet auf der Ideenmesse in Wiesbaden


Der Zotzenbacher Adventskranz, der aus vier großen Baumstämmen gefertigt ist, sorgt überregional für Aufsehen. Bei der Ideenmesse auf dem Kirchenvorstandstag der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in Wiesbaden ist die Evangelische Kirchengemeinde Zotzenbach mit ihrem Adventskranz für die beste Präsentation ausgezeichnet worden. Sie erhielt den Publikumspreis.

„Mein Gott, das gibt es doch nicht. Weihnachtsplätzchen!“, ruft Sylvia Rossigno-Brauburger aus. Neben dem Teller mit dem Gebäck duftet es aus einem Topf auch noch nach Glühwein.  Die Besucherin aus Offenbach ist nicht die einzige, die verblüfft am Zotzenbacher Stand stehen bleibt. „Die Resonanz ist überwältigend, “ sagt Günther Jeck von der Evangelischen Gemeinde. „Die Menschen bleiben stehen und wollen wissen, was wir mit dem Adventskranz machen“.

Den vollständigen Kranz selbst hatte die Kirchengemeinde gar nicht bis nach Wiesbaden gebracht. Denn die vier Baumstammkerzen sind bis zu 2.20 Meter groß und haben einen stattlichen Durchmesser von 35 Zentimetern. Nur die kleinste der vier Kerzen – sie ist 1,20 Meter hoch – steht mit Tannenzweigen geschmückt und illuminiert in den Rhein-Main-Hallen. In die Baumstämme sind oben Flammschalen eingelassen, die rund drei Stunden brennen können. In Wiesbaden müssen die Zotzenbacher aus Sicherheitsgründen aber auf offenes Feuer verzichten und sich mit elektrischem Licht begnügen. Neben der Original-Baumstammkerze hat die Gemeinde ein kleineres, aber vollständiges Modell ihres Adventskranzes aufgebaut. Er wird in diesem  Jahr vor dem Evangelischen Kindergarten in Zotzenbach zu sehen sein. Kindergartenleiterin Petra Nieder, die zu dem 10köpfigen Gemeinde-Team auf der Ideenmesse gehört, erklärt den Besuchern anhand von Fotos auf einer Stellwand, wie der Kranz aus Baumstämmen in der Adventszeit zum zentralen Treffpunkt in Zotzenbach wurde. „An den Adventssamstagen werden die Kerzen nach und nach entzündet. Dabei werden Geschichten erzählt, Lieder gesungen und Glühwein getrunken“.

„Es kommen viele Menschen zu unserem Adventskranz, die sonst nicht den Weg in die Kirche finden“, sagt Pfarrer Hermann Birschel. Davon sind Astrid Möller-Seeling und Anne Hofmann aus Beerstadt im Dekanat Wetterau überzeugt: „Licht lockt Leute. So etwas könnten wir auch in unserer Gemeinde machen“.  Stephan Müller-Kracht und Gisela Wersel, die aus Mainz gekommen sind, finden die Idee ebenfalls hervorragend. „Doch vor unserer Kirche haben wir für einen so großen Adventskranz einfach zu wenig Platz“. Pfarrer Birschel verweist auf das Modell für den Evangelischen Kindergarten in Zotzenbach. „Es geht auch kleiner“, betont er.

Vom Zotzenbacher Adventskranz geht bei der Ideenmesse eine besondere Strahlkraft aus. Es sind immer drei Mitarbeitende, die sich am Stand abwechseln. Sie sind voll ausgelastet und werden mit Fragen überschüttet.

In diesem Jahr wird in Zotzenbach die erste Baumstamm-Kerze am 28. November um genau 16.59 Uhr entzündet. Nach den Erfahrungen bei der Ideenmesse in Wiesbaden hat es ganz den Anschein, dass der Adventskranz wieder zum Dorfmittelpunkt werden wird.

Nur darf eine Kirchengemeinde eigentlich bereits mitten im September Weihnachtsplätzchen anbieten, Glühwein ausschenken und einen Adventskranz entzünden? „Nein“, sagt Pfarrer Birschel augenzwinkernd, „so etwas kommt nicht in Frage. Das gibt es nur in der Adventszeit! Und auf der Ideenmesse in Wiesbaden.“

Foto: Pfarrer Hermann Birschel zeigt Besuchern das kleine Modell des großen Adventskranzes

Text u. Foto: bet