08. 09.2009 Ökumenische Fahrt zum Europäischen Jugendtreffen in Taizé


Das Evangelische Dekanat Bergstraße hatte in diesem Sommer gleich zu zwei Fahrten nach Taizé im französischen Burgund und dem rund um das Jahr dort stattfindenden europäischen Jugendtreffen der ökumenischen Kommunität Taizé eingeladen.. Insgesamt 64 vornehmlich Jugendliche im Alter zwischen 16 und 20 Jahren aus der Region Bergstraße-Odenwald nahmen bei den beiden „Tours de France“ dieser Art über Fronleichnam, bzw. am Anfang der Sommerferien teil. Bei letzterer fand Pfarrer Renatus Keller vom Ev. Dekanat in der Vorbereitung und Durchführung tatkräftige Unterstützung durch die engagierten Mitarbeitenden der kath. Kirchengemeinde St. Nazarius in Lorsch, Denise Leideritz, Robert Schmitt und Andreas Englert und durch Pfarrer Thomas Hoffmann, Ev. Kirchengemeinde Einhausen.

Die mittlerweile bekannte Art der Unterbringung im "Null-Sterne-Hotel Taizé“ in schlichten Häusern oder Zelten, bei einfachstem Essen unter heiterem Himmel hatte die Jugendlichen von hier wie auch die anderen rund 5000 Jugendlichen, nicht davon abgehalten, in einer dort neu gefunden Art von unkomplizierter Gemeinschaft, in den Gottesdiensten in der großen und vollen Kirche dreimal am Tag gemeinsam mit den rund 100 anwesenden Brüdern der Kommunität nach den Quellen des Lebens - wie es in Taizé heißt - zu suchen. Dass man auf der Suche ist, Sehnsüchte hat, wird unausgesprochen jedem zuerkannt. Allein das scheint schon zu verbinden. Das jedenfalls ist der Eindruck, den man gewinnen kann, wenn morgens nach einem sparsamen Frühstück, bestehend aus einem Baguettebrötchen, einem Riegel Blockschokolade und einem Bol Tee oder Kakao, in riesigen sonnendurchfluteten  Zelten eine  - trotz einer durch das nächtliche Klönen und Feiern gekürzten Nachtruhe  - konzentrierte Aufmerksamkeit in den Gesichtern der Jugendlichen zu sehen ist. Und das nicht etwa bei einer perfekt aufgepeppten  Powerpoint-Präsentation, sondern bei  der allmorgendlichen Bibeleinführung diesmal durch Bruder Benoit. Der versteht es in einfachen, aber überzeugenden Worten und  in einer erfrischend spitzbübigen und liebevollen Weise das Vertrauen der Jugendlichen zu gewinnen und nicht zu enttäuschen. Dass es in den Geschichten der Bibel, etwa der Begegnung des Jüngers Petrus mit Jesus, immer auch um das eigene Leben gehen kann, kam diesmal deutlich rüber, etwa, wenn in den anschließenden international besetzten Gesprächsrunden die Jugendlichen über den eigenen Lebensmut, Vertrauensmissbrauch oder auch so manche Schwäche, über den Glaube oder den Zweifel ins Gespräch kamen. So kann etwa Alex, ein junger Schwede, frei von aller frömmlerischen Selbstdarstellung davon sprechen, dass ihm allein zuhause das Beten eher schwer falle, und eine 16-jährige Holländerin in einem guten Englisch dabei  feststellt, dass man in Taizé beten lerne und die Gemeinschaft einem dazu helfe -  auch für Zuhause.

Die geteilte Erfahrung und Zeit zu haben, für den Austausch darüber, dabei aus ganz unterschiedlichen Erdteilen und Kulturen neue Leute kennen zu lernen ist wohl das Eine, was vor allem die zahlreichen jungen Menschen nach Taizé zieht. Das Andere ist sicherlich, dass alles eingebettet ist in eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens und in eine - nicht allein durch die Brüder – überzeugend gelebte und zu einem eigenverantwortlichen Leben ermündigende Spiritualität. Da läßt sich auch die ein oder andere Spannung oder Meinungsverschiedenheit und eben auch die „Kartoffelpampe völlig ohne Salz“ locker ertragen.

Weitere Infos:
Renatus Keller, Pfarrer für Ökumene und Mission im Ev. Dekanat Bergstraße
06251 - 780704
E-Mail: keller@haus-der-kirche.de