26.08.2009 Kirchenpräsident Dr. Volker Jung zu Besuch im Dekanat


Seit knapp acht Monaten ist er im Amt und dieses Amt bereite ihm immer noch viel Freude, sagte Kirchenpräsident Dr. Volker Jung bei seinem Antrittsbesuch im Evangelischen Dekanat Bergstraße. Er war Gast der Dekanatskonferenz in der Christusgemeinde Heppenheim, anschließend besuchte er das Haus der Kirche, in dem Leitung, Verwaltung und Fachstellen des Dekanats untergebracht sind.

Dr. Jung machte deutlich, dass er die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) nicht nur nach außen vertreten wolle, er möchte auch Verantwortung für die Kirche nach innen wahrnehmen. Er dankte den Pfarrerinnen und Pfarrer im Evangelischen Dekanat Bergstraße für ihren Einsatz und appellierte an sie angesichts der ständig gewachsenen Anforderungen in den Gemeinden, die eigenen Kräfte realistisch einzuschätzen und sich nicht zu überfordern. 

In seinem Vortrag ging Dr. Jung auch auf die Wirtschafts- und Finanzkrise ein. Er warnte davor, bei einem möglichen wirtschaftlichen Aufschwung einfach wieder zur Tagesordnung überzugehen. Er plädierte dafür, die Errungenschaften der sozialen Marktwirtschaft unter ökologischen und globalen Gesichtspunkten weiterzuentwickeln.  Als Folge der Wirtschaftskrise rechnet die EKHN mit Mindereinahmen von zehn Prozent. Der Kirchenpräsident lobte in diesem Zusammenhang die Finanzpolitik der EKHN in den vergangenen Jahren. Es seien Rücklagen gebildet worden, so dass die Kirche jetzt in der Krise finanziell „ein wenig Luft“ habe. Dr. Volker Jung sprach sich dafür aus, die Evangelische Fachhochschule in Darmstadt zu erhalten und sich auch nicht bei den kirchlichen Kindergärten zurückzuziehen. Die Kirche habe eine gesellschaftliche Gestaltungsverantwortung.

Der Kirchenpräsident äußerte sich anerkennend über den christlich-islamischen Dialog an der Bergstraße. Dazu zählten auch Veranstaltung wie kürzlich das „Interkonfessionelle Kicken“ in Bensheim, bei denen eine Fußballmannschaft aus evangelischen und katholischen Pfarrer gegen Imame und muslimische Gemeindevorsteher aus dem Kreis Bergstraße spielte.  Dr. Jung warnte vor wachsender Islamfeindlichkeit und plädierte dafür, den Dialog und die Verständigungsbereitschaft auf allen Ebenen zu fördern. Er sprach sich zudem dafür aus, an den öffentlichen Schulen islamischen Religionsunterricht einzuführen.

Bei seinem Besuch im Heppenheimer Haus der Kirche konnte Kirchenpräsident Dr. Volker Jung zwei Besonderheiten des Evangelischen Dekanats Bergstraße kennenlernen. Dort gibt es seit einem Jahr eine Pilotstelle für Fundraising. Fundraiser Christian Rupp will in Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden eine nachhaltige „Kultur des Gebens“ entwickeln.  Außerdem arbeitet im Dekanat Beate Schuhmacher-Ries als Referentin für Kindergottesdienst. Damit, so Kirchenpräsident Dr. Jung, unterstreiche das Evangelische Dekanat die Bedeutung der Gottesdienste für die jüngsten Gemeindemitglieder.

 

Text u. Foto: bet