18.08.2009 Neue Aufgabe als Schulpfarrer - Frank Nocher verlässt Viernheim


Pfarrer Frank Nocher verlässt die Evangelische Auferstehungsgemeinde in Viernheim. Am kommenden Sonntag (23. August) wird er feierlich verabschiedet.

Seit 1998 ist Frank Nocher Gemeindepfarrer in Viernheim. Er hatte in dieser Zeit auch Leitungsfunktionen im Evangelischen Dekanat inne. Zeitweise war er kommissarischer Dekan im damaligen Dekanat Bergstraße-Süd und danach stellvertretender Dekan im fusionierten Dekanat Bergstraße.

„Ich bin evangelischer Pfarrer in der Stadt und nicht nur Pfarrer in einer Gemeinde“, so beschreibt Frank Nocher sein Selbstverständnis. Er sieht sich in der Verantwortung für das gesamte Gemeinwesen. Eine Gemeinde dürfe nicht selbstzufrieden nur um sich kreisen. „Was wir bewusst tun oder was wir mit guten Gründen unterlassen, ist eine Botschaft an die Öffentlichkeit in der Stadt“. Dafür hält es Pfarrer Nocher für notwendig, Leitbilder zu entwickeln und Ziel zu stecken. Damit das „evangelisch sein“ Kontur und ein „Gesicht“ bekommt, setzte er sich auch dafür ein, dass die Auferstehungskirche als eine der wenigen evangelischen Kirchen überhaupt auch während der Woche geöffnet ist und besucht werden kann.  

Viernheim ist traditionell katholisch geprägt, die evangelischen Christen sind vor allem zugezogen. Von Ökumene, von Zusammenarbeit mit den Katholiken hat Pfarrer Nocher nicht nur geredet, er hat sie praktiziert – etwa bei dem Projekt „Heilige Räume in Viernheim“ entdecken, als die katholische und die evangelische Kirche am selben Tag nacheinander besucht wurden. Pfarrer Nocher sprach dabei in der katholischen, sein katholischer Amtskollege in der evangelischen Kirche. Wie gut das Verhältnis zueinander ist, zeigt nach Ansicht von Frank Nocher auch das katholische „Geburtstaggeschenk“ zum hundertjährigen Jubiläum der evangelischen Auferstehungskirche im Jahr 2002.  Die Fronleichnamsprozession habe in der katholischen Kirche St. Aposteln begonnen und sei dann eindrucksvoll vor der Auferstehungskirche  geendet.

Als Pfarrer in der Stadt nahm Frank Nocher immer wieder öffentlich Stellung – etwa zum Thema Sonntagschutz, das mit der Zunahme der Sonntagsarbeit  und der sonntäglichen Landeöffnung heute wieder brandaktuell ist. „Den Sonntag als Auszeit von Alltag und Hektik zu nehmen, tut der Seele wohl. Er gibt Kraft und Geduld für die Herausforderungen, die unter der Woche gemeistert sein wollen“, hatte Pfarrer Nocher in einem Zeitungsbeitrag geschrieben.

Nach elf Jahren als „Pfarrer in der Stadt Viernheim“ nimmt Frank Nocher eine neue Herausforderung an. Er übernimmt die Schulpfarrerstelle in der Prälat-Diehl-Schule in Groß Gerau. „Ich möchte mich mit jungen Menschen auseinandersetzen und für sie lebensbegleitend tätig zu sein“.

Dekanin Ulrike Scherf wird Frank Nocher am Sonntag als Gemeindepfarrer in Viernheim verabschieden. Der Gottesdienst in der Auferstehungskirche beginnt um 9.30 Uhr.

Text u. Foto: bet