18.12.2009 Zustifter gesucht - Bilanz und Ausblick der Stiftung Orbishöhe


Die Stiftung Orbishöhe ist an die Grenze ihrer Fördermöglichkeiten gelangt. In diesem Jahr wurden mit 23.570 Euro Projekte der Kinder-  und Jugendhilfe in Rimbach, Viernheim, Wald-Michelbach und Zwingenberg gefördert. Für das nächste Jahr stellt die Stiftung Fördergelder in Höhe von 18.000 Euro zur Verfügung.

„Wir würden gern weitere Projekte fördern, mehr ist aktuell allerdings nicht möglich“, sagte der Stiftungsvorsitzende Axel Rothermel. Als Beispiel führt die Stiftung das Mutter-Kind-Projekt in Rimbach an. Dort können in den vom Diakonischen Werk Bergstraße betriebenen Häusern  Mütter, die psychische Probleme haben, mit ihren Kindern zusammen wohnen. Den Kindern bleibt dadurch ein Heimaufenthalt erspart.  „Der Bedarf an Plätzen in solchen innovativen Wohnprojekten ist enorm. Nur unsere Erträge aus dem Stiftungskapital sind begrenzt“, erklärte Axel Rothermel. Er hofft auf Zustiftungen oder auch einmalige Spenden.

Der Leiter des Diakonischen Werks Bergstraße, Hendrik Raekow betonte, dass es bislang kaum möglich war, für solche Projekte Spender zu finden. „Psychische Krankheiten werden häufig tabuisiert. Die Bereitschaft dafür Geld zu geben, ist gering“. Auch in Rimbach gab es anfangs Vorbehalte gegen das Mutter-Kind-Projekt. Durch den erfolgreichen Verlauf ist das Diakonische werk Bergstraße nach eigenen Angaben  in den letzten Jahren aber einen großen Schritt voran gekommen. Die öffentliche Wahrnehmung von psychischen Krankheiten könnte sich möglicherweise auch durch die  Diskussion ändern, die der tragische Selbstmord des Fußball-Nationalspielers Robert Enke ausgelöst hatte.

Im nächsten Jahr fördert die Stiftung Orbishöhe das Mutter-Kind-Projekt mit 15.000 Euro. Es bleibt damit der Schwerpunkt der Förderung. Weitere Stiftungsgelder in Höhe von 2.000 Euro  gehen 2010 an die Mehrgenerationen-Arbeit im Überwald und im Weschnitztal sowie  1.000 Euro an die JeKi-Klasse  in Viernheim. Dabei handelt es sich um ein Projekt des Landes Hessen, an dem sich die Viernheimer Friedrich-Fröbel-Schule beteiligt. Kinder mit Migrationshintergrund und aus problematischen sozialen Verhältnissen werden schulisch und musikalisch gefördert.

Seit dem Jahr 2007 hat die Stiftung in der Region Starkenburg Projekte  der Kinder- und Jugendhilfe mit insgesamt 82.839 Euro gefördert. Dazu gehört auch die Unterstützung der Orbishöhe GmbH in Zwingenberg, die pädagogische Hilfe für Kinder- und Jugendliche aus problematischen Verhältnissen leistet. Unter anderem finanzierte die Stiftung einen Bewegungsraum sowie die Anschaffung von Kanus. Sie ermöglichte zudem eine Begegnungsfahrt von Bergsträßer Jugendlichen nach Kreisau in Polen.

Die Ende 2005 gegründete Stiftung Orbishöhe befindet sich rechtlich unter dem Dach der Stiftung Diakonie in Hessen und Nassau. Neben dem Vorsitzenden und Präses des Ev. Dekanats Bergstraße Axel Rothermel gehören Werner Breitwieser (Vorsitzender des Kreistages im Kreis Bergstraße), Hans Jakob (Rektor a.D.) Karl-Hans Geil (Dekan des  Ev. Dekanats Ried) und Hendrik Raekow (Leiter des Diakonischen Werkes Bergstraße) dem Stiftungsvorstand an.

Wer die Stiftung Orbis unterstützen möchte, wendet sich an das
Ev. Dekanat Bergstraße
Haus der Kirche
Ludwigstr. 13
64646 Heppenheim
Tel. 06252/6733-0
E-Mail: siegel@haus-der-kirche.de

 

Text: bet
Das Foto zeigt die Häuser des Mutter-Kind-Projekts in Rimbach