29.01.2009 Neue Ausbildungskurse in der Besuchs- und Notfallseelsorge


Das Evangelische Dekanat Bergstraße will die ehrenamtliche Seelsorge weiter fördern und ausbauen. Sechs ehrenamtliche Helfer aus der Region Überwald haben ihre Ausbildung als Besuchsseelsorger soeben abgeschlossen. Am kommenden Sonntag (01. Febrauar) werden sie im Rahmen eines Gottesdienst in der evangelischen Kirche Wald-Michelbach offiziell mit dem Dienst beauftragt, kündigte Dekanin Ulrike Scherf an. Die neuen Seelsorger würden künftig Alte, Kranke und Pflegebedürftige in verschiedenen Einrichtungen besuchen. Die von Pfarrer Ulrich Halbleib geleitete Ausbildung erstreckte sich auf 45 Unterrichtsstunden. Dazu kamen Praktika in verschiedenen Einrichtungen.

Ein weiterer Ausbildungskurs für Besuchsseelsorge bietet die im Dekanat für Alten-, Kranken- und Hospizseelsorge zuständige Pfarrerin Barbara Tarnow ab September in Heppenheim an. Die Teilnehmer würden umfangreich geschult, etwa in der Gesprächsführung, wie sie Kranken begegnen können oder was bei dementiell Erkrankten zu beachten sei. „Zeit haben, offen und psychisch stabil sein sowie die Bereitschaft, unterschiedliche Menschen zu treffen, das sind die Grundvoraussetzungen für Besuchsseelsorger“, betonte Pfarrerin Tarnow.

Auch für die Notfallseelsorge im Kreis Bergstraße werden Ehrenamtliche qualifiziert. Pfarrerin Tarnow kündigte für Mitte Mai einen neuen Ausbildungskurs an. Er wird gemeinsam mit der Notfallseelsorge im benachbarten Odenwaldkreis durchgeführt. Die Notfallseelsorger kümmern sich in akuten Notfällen - etwa nach Unfällen oder plötzlichen Sterbefällen - um die Angehörigen. Derzeit sind im Kreis Bergstraße 55 Notfallseelsorger aktiv. Präses Axel Rothermel zollte ihrer Bereitschaft, rund um die Uhr tätig zu sein, hohen Respekt. „Jeden Tag sind jeweils zwei Notfallseelsorger 24 Stunden in Rufbereitschaft. Pro Monat gibt es damit 60 Schichten – das ist enorm, was diese Menschen für andere leisten“, so Präses Rothermel.

Eine Veränderung gibt es in der Psychiatrieseelsorge im Dekanat Bergstraße. Pfarrerin Andrea Fröhlich, die mit einer halben Stelle als Seelsorgerin im Zentrum für soziale Psychiatrie in Heppenheim arbeitet, wechselt zum Mai als Krankenhauspfarrerin nach Darmstadt. „Wir halten an der Seelsorge in der Psychiatrie fest. Die Arbeit liegt uns sehr am Herzen. Deshalb wollen wir die Stelle so schnell wie möglich wieder besetzten“, kündigte Dekanin Ulrike Scherf an. Die Nachfolgerin oder der Nachfolger müsse sicherstellen, dass die Verbindung zur Heppenheimer Christus-Gemeinde weiter gewahrt bleibe. Dort gibt es unter anderem das Café Freitag, das regelmäßig von Patienten der Psychiatrie besucht wird. Zudem pflegt eine Besuchsgruppe aus der Christus-Gemeinde Kontakt zum Zentrum für soziale Psychiatrie.



Foto: Auch wenn es schnell gehen muss -oft mit dabei: die Notfall-Seelsorger

 

Text: bet
Bild: inuit/pixelio