005.12.13 Reformation, Politik und die Medien - Presseschau: Der Empfang zum neuen Kirchenjahr in den Zeitungen


Der Empfang zum neuen Kirchenjahr, den die beiden evangelischen Dekanate Bergstraße und Ried gemeinsam ausrichteten, hat in den Medien breite Resonanz gefunden. Nicht nur alle in der Region erscheinenden Zeitungen berichteten, die Nachrichtenagentur epd sorgte auch dafür, dass die Veranstaltung, bei der der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel den Festvortrag hielt, überregional Beachtung fand.
 
„Die Kirchen sind der Kitt der Gesellschaft“ titelt das Starkenburger Echo. Redaktionsleiter Bernd Sterzelmaier zitiert Thorsten Schäfer-Gümbel mit den Worten: „‘Im Haus des Herrn gibt es viele Zimmer. Deshalb kann es keine christliche Partei geben,“‘ sagte er. Diese Botschaft dürften auch die CDU-Mitglieder im Saal verstanden haben. Dort saß auch der Bergsträßer Bundestagsabgeordnete Michael Meister, ein evangelischer Christ, der sich zu seiner Kirche bekennt.

Unter der Überschrift „Kirche muss sich einmischen“ schreibt Thomas Tritsch im Bergsträßer Anzeiger: „Vor rund 250 Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft blickte Schäfer-Gümbel auf das kommende Themenjahr der Luther-Dekade ‚Reformation und Politik‘. Gemeindearbeit dürfe nicht nur in gesellschaftlichen Nischen stattfinden, sie müsse sich auch auf der großen Bühne bemerkbar machen. Wer so agiere, handele in der Tradition des Theologen Dietrich Bonhoeffer. 'Links sein und gläubig – das verträgt sich gut‘, sagte Schäfer-Gümbel.“

Mit der Starkenburg-Medialiie wurden der langjährige Kirchenvorsteher Walter Griesheimer und der frühere Präses des Dekanats Bergstraße, Axel Rothermel ausgezeichnet. Dazu schreibt die Odenwälder Zeitung: „Der Dekan des Evangelischen Dekanats Ried, Karl Hans Geil, bezeichnete Walter Griesheimer als „rechten Mann am rechten Ort“, der Dinge verwirklicht habe, die unglaublich erschienen… In ihrer Laudatio für Axel Rothermel unterstrich die stellvertretende Präses des Evangelischen Dekanats Bergstraße, Irmgard Wagner, die zupackende und einfallsreiche Tatkraft des früheren Präses, der zehn Jahre lang Vorsitzender der Dekanatssynode war.“

In der Lampertheimer Zeitung schreibt Uwe Dietrich über das Grußwort des katholischen Dekans: „Dekan Thomas Meurer bedauerte es, dass als Folge der Vorgänge um den Limburger Bischof Tebartz van Elst auch viele evangelische Christen aus der Kirche ausgetreten seien. Dies zeige umgekehrt aber auch wie nahe sich katholische und evangelische Kirche inzwischen gekommen seien. ‚Die Menschen werfen uns längst in einen Topf oder sehen uns in einem Boot‘, so Meurer.

In der Meldung der Nachrichtenagentur epd heißt es: „'Christen finden sich in allen Parteien - und das ist gut so,' sagte Schäfer-Gümbel. Was im Glauben vereint sei, bleibe im politischen Handeln aber oft getrennt. Deshalb könne es auch nicht die christliche Politik, die christliche Partei oder die christliche Regierung geben. Schäfer-Gümbel pochte zudem auf die Differenz von Politik und Glauben: Politisches Handeln ziele nicht auf das Heil und der Glaube an die Auferstehung entziehe sich dem politischen Diskurs.“

 

Text u. Foto: bet