06.11.13 Evangelische Kirche und Geld - Schwarze Kassen gibt es nicht


 „Transparenz beim Umgang mit Geld: Das ist das oberste Gebot für alle Dekanate, Gemeinden und Einrichtungen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).“ Mit dieser deutlichen Klarstellung antwortet die EKHN auf zunehmende öffentliche Kritik an den Kirchen im Bezug auf ihre Finanzen.

Auch im Evangelischen Dekanat Bergstraße wird über den Haushalt und damit die Geldausgaben öffentlich entschieden. Die Dekanatssynode, das regionale Kirchenparlament, verabschiedet in öffentlicher Sitzung den Haushalt. Sie bestimmt zudem Kassenprüfer, die die Jahresrechnungen überprüfen. Nebenhaushalte oder gar schwarze Kassen gibt es nicht.

Ähnlich sieht es in den Kirchengemeinden  aus. Dort entscheiden die Kirchenvorstände über den jeweiligen Haushalt, sie müssen dabei den entsprechenden Gesetzen und Vorschriften der EKHN folgen. Jährlich wird der Gemeindeetat für alle Gemeindemitglieder zur Einsicht offengelegt.

Der Kirchenhaushalt der Landeskirche wird in einem aufwändigen Verfahren jedes Jahr aufs Neue beraten und von der Kirchensynode öffentlich beschlossen. Die Kirchensynode entscheidet über den gesamten Haushalt und damit zum Beispiel auch über wesentliche Bauprojekte in der EKHN. Darüber hinaus unterliegen alle Ausgaben der Kontrolle des unabhängigen kirchlichen Rechnungsprüfungsamtes.

Mit wie viel Geld hat die EKHN zu tun?
Für das Jahr 2012 wurde der Gesamtetat der EKHN mit einem Volumen in Höhe von 589,8 Millionen Euro abgeschlossen. Der mit Abstand größte Teil der Einnahmen, 452 Millionen Euro, das entspricht 76 Prozent, stammte aus der Kirchensteuer. Knapp 13 Millionen Euro der Einkünfte sind Staatsleistungen, die Hessen und Rheinland-Pfalz aufgrund historischer Rechtsverpflichtungen aufbringen müssen.

Was macht die Kirche mit ihrem Geld?
Sie finanziert damit die Arbeit ihrer Gemeinden und Einrichtungen, sorgt für Kirchen und Gottesdienste, bezahlt Gehälter und organisiert Kindertagesstätten. Aber sie dient auch der gesamten Gesellschaft. Denn die evangelische Kirche versteht sich als „Kirche mitten in der Welt und für die Menschen“.

Dr. Volker Jung, der Kirchenpräsident der EKHN, beschreibt die Kirche als „Netzwerk im Dienst der Menschen“. Es komme weit mehr Menschen zugute als nur den Kirchensteuerzahlern. So bleibe Kirche beispielsweise weiter in Regionen präsent, aus denen sich andere längst zurückgezogen hätten. Kirchenpräsident Jung: „Im ländlichen Raum, in dem Einzelhandel, Apotheken, Banken, Post und viele andere kaum mehr präsent sind, ist Kirche noch vor Ort: Nicht nur zu Weihnachten, mit Gottesdiensten und Glockengeläut, sondern auch in Form von Jugendtreffs und Altenarbeit, Beratungsstellen, sozialen Diensten und Chören.“

Engagement für die Gesellschaft und den Glauben
Die Finanzen der EKHN dienen dazu, die Arbeit der insgesamt 21.426 hauptamtlich Beschäftigten zu bezahlen und das Engagement der circa 68.000 Ehrenamtlichen zu unterstützen. Ihr Einsatz dient der Gesellschaft – und dem ureigensten christlichen Anliegen: Den Glauben an Gott und Jesus Christus zu bewahren und die Hoffnung auf ein befreites Leben weiter zu geben.

 

Text: ekhn/red
Foto: ekhn