23.10.13  Weinloch wurde zur Löwengrube - Kinderherbstfreizeit in Gronau


Der Campingplatz in Bensheim-Gronau war Schauplatz einer Kinderherbstfreizeit für Jungs und Mädchen von acht bis dreizehn Jahren. Fünfzehn Kinder aus Jugenheim, Auerbach, Gronau und Zell konnten in Wohnwägen auf dem Platz eine tolle Zeit genießen.

Sie lernten nicht nur viel von Gronau und seiner wunderschönen Umgebung kennen, sondern auch viele nützliche Dinge fürs Campen: Aus dem mit Holz befeuerten Pizzaofen gab es selbst gemachte Pizza und die Kinder buken darin jeden Tag frisches Brot. Auf zwei zusätzlichen Lagerfeuerstellen wurde außerdem ausgiebig gegrillt, Suppe gekocht und Folienkartoffeln gegart. Ein Highlight waren für die Kinder aber sicher die pinken selbstgemachen Marshmallows.

Als wochenbegleitetes Thema diente dieses Jahr die biblische Geschichte von Daniel in der Löwengrube. Schon am ersten Tag wurden alle Teilnehmer in „Babylon/Gronau“ empfangen und erfuhren so von der Eroberung Jerusalems durch die Babylonier vor über 2.500 Jahren. Es dauerte nicht lange und sie lernten den schlauen Hofbeamten Daniel kennen. „Wenn man Daniel kennenlernt, lernt man auch seine Religion kennen – das gehört einfach zusammen“, so eines der Kinder.

Eines Abends während einem großen Pizzagelage erschien wie von Geisterhand die Schrift „mene, mene tekel upharsin“ * an der Wand. Niemand konnte diese Buchstaben deuten. So machten sich die Kinder mit ihren Freizeitleitern Frauke Manske (Gemeindepädagogin in Jugenheim), Arik Siegel (Gemeindepädagoge in Bensheim-Auerbach und Gronau/Zell) und den vielen ehrenamtlichen Teamern der Gemeinden am nächsten Tag auf eine Tageswanderung zur Eulerhütte, um dort von Daniel die Schrift deuten zu lassen.

Dort angekommen gab es erst einmal „Pizzastockbrot“ für alle. Nachdem die Schrift gedeutet war, ging es zurück auf den Campingplatz. Am nächsten Tag wurde dann von Neidern Daniels ein Gesetz erlassen nach dem es nicht mehr gestattet war zu jemand anderem als dem König zu beten oder um etwas zu bitten – wer dagegen verstieß, würde in die Löwengrube geworfen werden! So mussten auch alle Tischgebete, die zum täglichen Ritual vor den Mahlzeiten gehörten, umformuliert werden, um nicht zu Gott, sondern zum König zu beten. Alle machten mit, nur einer tanzte wieder aus der Reihe: Daniel, er betete weiterhin zu seinem Gott.

Noch am selben Abend fand eine Nachtwanderung zur Löwengrube („Grunemer Weinloch“) statt, in die Daniel geworfen wurde. Mit Löwengebrüll in den Ohren und ohne Daniel ging es dann wieder heimwärts. Als dann während des Frühstücks am nächsten Morgen Daniel unversehrt ins Zelt kam, staunten die Kinder nicht schlecht. Sein Gott hatte ihn beschützt und vor den Löwen gerettet. Der König war überglücklich, dass seinem Freund Daniel nichts passiert war – um den Hunger der Löwen zu stillen, wurden die neidischen Minister den Löwen vorgeworfen und Daniel zum obersten Minister ernannt.

Während der ganzen Freizeit begleiteten die Kinder Lieder aus dem Musical „Die Schrift an der Wand“ von Hella Heizmann. Da wurde das Markttreiben in Babylon mit „Markttag in unserer Stadt“ besungen, auf den feiernden König mit dem „Trinklied“ angestoßen und vom Hunger der Löwen im „Löwensong“ gebrummt. Aus der Geschichte und den Liedern entstand zu Schluss ein kleines Anspiel, das am letzten Tag den Eltern vorgeführt wurde. So sahen die Eltern was die Woche über so alles geschehen war. Als Überraschung hatten die Kinder noch einen Tanz zu „Sommer Sonne Kaktus“ von Helge Schneider einstudiert, der bei der Präsentation natürlich nicht fehlen durfte.

Ohne die Unterstützung der Teamer sowie des Campingplatz Betreiber Hans-Jörg Alpers wäre die Herbstfreizeit sicher nicht das gewesen was sie war.


Text: Arik Siegel
Foto: Ev. Jugend

* = gezählt gezählt gewogen zerteilt

Jedes Wort scheint eine versteckte Bedeutung zu haben, die Daniel offenbart wurde. Das Königreich war „gezählt" und beendet, ebenso wie wir auch von einem Menschen sagen, dass „seine Tage gezählt sind". Der König ist auf der Waage „gewogen" worden und zu leicht befunden worden, weil niemand Gottes Maßstab erreichen kann. Das Königtum wurde „zerteilt" und den Medern und den Persern gegeben. So kann nur Gott selbst das deuten, was er zu schreiben veranlasst hat. Die Prophezeiung wurde in derselben Nacht erfüllt, indem die Stadt und das Königreich von ihm genommen wurden.