22.10.13  Vakanzvertretung in Einhausen - Pfarrer Dr. Alfred König springt ein


In der Evangelischen Kirchengemeinde Einhausen wird Pfarrer Dr. Alfred König ab November einen Vertretungsdienstauftrag übernehmen. Den ersten Gottesdienst wird er bereits am kommenden Sonntag (27. Oktober) halten. Dabei wird er sich der Gemeinde vorstellen.
 
Die Pfarrstelle in Einhausen war seit dem Tod von Pfarrer Thomas Hofmann im Februar dieses Jahres vakant. Pfarrer König hat sich bereit erklärt, solange die Vakanzvertretung zu übernehmen, bis ein neuer Pfarrer oder eine neue Pfarrerin gefunden ist. Der 62jährige versteht seinen Dienst in Einhausen bewusst als eine Übergangszeit. „Es geht nicht unbedingt darum, dass ich bis zu meinem Ruhestand in Einhausen bleibe. Ich möchte mithelfen, die Belastungen der Vakanz aufzufangen und einen neuen Pfarrer zu finden.“ 

Mit Vakanzvertretungen hat Pfarrer König Erfahrungen. Im Evangelischen Dekanat Wetterau hatte er früher mehrfach Vertretungsdienste übernommen. Weil der überraschende Tod des  beliebten Pfarrers Hofmann in der Gemeinde tiefe Spuren hinterlassen hat, spricht Pfarrer König von einer seelsorgerlichen Herausforderung. „Es geht immer um einzelne Menschen.“

Er ist sich sicher, dass er die Gemeindemitglieder schnell kennenlernen werde.  Während man sich in einer Landgemeinde fortwährend begegne, gehe es in Großstädten anonymer zu. „In der Stadt kennt keiner den anderen. In Mietshäusern wissen die Bewohner oft nicht, wer im Stock über ihnen wohnt“, meint Alfred König, der noch bis Ende Oktober als Pfarrer in der Darmstädter Friedensgemeinde tätig ist. Dort wird er auch wohnen bleiben. Seine Frau ist Pfarrerin in der Darmstädter Paul-Gerhardt-Gemeinde. Die beiden 16- und 14jährigen Töchter gehen dort zur Schule. Über die Autobahn ist er nach eigenen Angaben genauso schnell in Einhausen wie bislang zu Fuß in seine Darmstädter Gemeinde.

In Einhausen freut er sich auf die Kinder- und Jugendarbeit, insbesondere auf den Konfirmationsunterricht. Konfirmanden hatte er in seiner Darmstädter Innenstadtgemeinde in diesem Jahr keine gehabt. Dass er dabei mit einem eingespielten Team zusammenarbeiten kann, kommt ihm ebenso entgegen wie das gute ökumenische Verhältnis in der Ried-Gemeinde. "Die Ökumene, insbesondere mit der katholischen Kirche, ist mir ein Anliegen“, betont der Pfarrer. Als entlastend empfindet er, dass er in Einhausen nicht wie bisher in Darmstadt den Vorsitz im Kirchenvorstand übernehmen muss. Vorsitzender bleibt Dr. Michael Wörner, der dem neuen Pfarrer für sein Wirken „von ganzem Herzen viel Kraft und Gottes reichen Segen“ wünscht.

Der gebürtige Rheinhesse,  der in Worms aufgewachsen ist, hat seinen Doktor übrigens nicht in Theologie gemacht. Alfred König hat Theologie als Zweitstudium absolviert. Er promovierte davor in Philosophie über Immanuel Kants erkenntnistheoretisches Hauptwerk, die „Kritik der reinen Vernunft“. Das sollte niemanden in Einhausen schrecken. Alfred König spricht sehr verständlich in klarer deutscher Prosa.

Text u. Foto: bet