21.10.13  „Mein ist die Rache“ - CherubsTheater in Reisen mit neuem Stück


Nach dem großen Zuspruch, den das letztjährige Theaterprojekt „Salomos Bruder“ fand,  widmet sich das CherubsTheater in Reisen ab November mit „Mein ist die Rache“ dieses Mal einem gesellschaftspolitischen Stoff, der jeden einzelnen betrifft. Ausnahmslos. Und jederzeit.

Federführend bei dem neuen Projelt sind erneut die Theater-und Medienwissenschaftlerin Katy Häußler und der Stückeautor Helmut Kadel. In der Ankündigung zu "Mein ist die Rache shcreiben sie: "Neben aktuellen Debatten, wie der Sicherheitsverwahrung oder dem selbstverständlichen Konsens unserer Gerichtskultur samt populistischer Ableger wie nachmittäglicher Richtershows, kann vielleicht gerade Theater mit seinen spezifischen Potentialen Räume für Wahrnehmungen und Erfahrungen eröffnen, die über das alltägliche Empfinden von Recht und Gerechtigkeit hinausgehen...

Wir könnten uns auf ein Denkspiel einlassen? Stellen Sie sich vor, Sie könnten das Leben eines Menschen nicht nur aus Ihrem, sondern von allen denkbar möglichen Blickwinkeln betrachten...Denken Sie, Ihre Beurteilung der Situation würde sich dadurch verändern? Würden Sie gar diesen Menschen mit vielleicht völlig anderen Augen betrachten?

Diese Möglichkeit haben zwei Beobachter, die Herrn Müller, dem Namen gemäß einen Otto Normalverbraucher, studieren. Sie finden ihn im Gefängnis sitzend und als vermeintlich bösen Menschen vor. Die Frage ist damit vorprogrammiert: Warum ist er so (böse,) wie er ist?
In Rückblenden auf den Lebensweg von Herrn Müller versuchen sie jenem Rätsel auf die Spur zu kommen, ein Rätsel, das sie schnell über das Einzelschicksal des Betrachteten hinausführt und an den Grundfesten der gesellschaftlichen Jurisprudenz rütteln lässt.

Der Blick der Beobachter fängt vielleicht genau das ein, was Justitia gemäß ihrem Anspruch zu ignorieren versucht: das Ansehen der Person – um dann, unabhängig von sozialem Stand und Status etwa, mit der nötigen Härte zu richten.Die Fragen, die sich nicht nur den Beobachtern aufdrängen, hinterfragen vielleicht genau das, was gesellschaftlich wie selbstverständlich legitimiert zu sein scheint: Gibt es Strafen, die gerecht sein können? Gibt es Urteile, die angemessen sind? Kann Richten wirklich etwas richtig stellen? Wer hat überhaupt das Recht, über andere zu richten?

Das Stück stammt wieder aus der Feder des Hornbachers Kadel, welches er in gemeinsamer Regie-Arbeit mit Katy Häußler und 35 AmateurschauspielerInnen aus der Region inszeniert hat.

Da der Andrang im letzten Jahr so groß war, dass es zu Platzproblemen kam,  wird dieses Jahr über eine Voranmeldung per E-Mail (karten@cherubstheater.de)  oder Telefon (0160 400 4769)  gebeten. Die Plätze werden dann sicher vorreserviert und sind spätestens 10 Minuten vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse abzuholen. Auch Restkarten werden an der Abendkasse erhältlich sein.

Den Eintrittspreis bestimmt wie gewohnt das Publikum am Ende der Aufführung.


Die Termine:
Premiere am Samstag, 09. November, 19.30 Uhr, Ev. Kirche Reisen
Weitere Aufführungen:    Sa, 23.11., 19.30 Uhr, Ev. Kirche Reisen
                                        Sa, 25.01. 2014, 19.30 Uhr, Gustav-Adolf-Kirche Affolterbach

Einlass und Abendkasse jeweils ab 19 Uhr.


Foto (CherubsTheater): Szene aus „Mein ist die Rache“