01.10.13 Kreditgenossenschaft Oikocredit - "Sich nicht abfinden mit der Armut in der Welt"


Die Tagung der Dekanatssynode am vergangenen Freitag stand ganz im Zeichen der Wahl des Dekans und des Präses. Thematisch ging es aber auch um Armutsbekämpfung durch die Genossenschaft Oikocredit, die 1975 vom Ökumenischen Rat der Kirchen gegründet wurde.

Oikocredit stellt Kredite und Kapitalbeteiligungen für Mikrofinanzinstitutionen, Genossenschaften sowie kleine und mittlere Unternehmen in Entwicklungsländern bereit, erläuterte der Referent Michael Bergmann, der sich für den Oikocredit Förderkreis Hessen-Pfalz e.V. engagiert (Foto). Nach seinen Angaben vergeben Projektpartner in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa
durch ihre genauen Kenntnisse der lokalen Bedingungen zielgerichtet Mikrokredite. „Hilfe zur Selbsthilfe“ laute die Devise.  

„Oikocredit ist ein Weg, sich nicht abzufinden mit der Armut. Es gilt, Ersparnisse der Reicheren zu mobilisieren, um mit ihnen Kreditvergabe zu ermöglichen, als Hilfe zur Selbsthilfe für die Ärmeren“, erläuterte Michael Bergmann. Kapital solle dorthin fließen, wo es den größten Nutzen bringe. Der Nutzen orientierte sich am Ertrag für den Kreditnehmer, nicht für den Kapitalgeber.

Die Kreditvergabe erfolgt nach Darstellung des Referenten überwiegend an Kunden in Schwellenländern Asiens und Lateinamerikas, die Arbeit in Afrika, auch in Tansania, soll  stärker ausgebaut werden. Zu dem ostafrikanischen Land hat das Evangelische Dekanat Bergstraße durch seine Partnerschaft mit der Moravian Church eine besondere Beziehung.

Jeder Kreditvertrag ist nach Angaben von Oikocredit an die Beachtung von sozialen Kriterien und Kontroll-Mechanismen gebunden. Dazu gehören unter anderem Frauenförderung, Gesundheit, Bildung oder Nachhaltigkeit bei der Produktion. Investiert wird zumeist in Sachwerte, Soziale Netzwerke und Fairen Handel. In besonders förderungswürdigen Bereichen gibt es daneben auch Unternehmensbeteiligungen.

Direkte Mitglieder von Oikocredit  sind ausschließlich Institutionen und Vereine. Zu den 46 direkten deutschen Mitgliedern gehört unter anderem die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Einzelne Personen ebenso wie einzelne Gemeinden investieren über Fördervereine und sind so indirekte Mitglieder In den zurzeit acht deutschen Fördervereinen sind auch Kirchengemeinden vertreten.

Die von Oikocredit vergebenen Kredite, so betonte Michael Bergman, sollen echte Wertschöpfung ermöglichen und keine Spekulation. Er appellierte an Kirchengemeinden im Bergsträßer Dekanat auf, sich mit dieser Form der Armutsbekämpfung auseinanderzusetzen. Bei Bedarf stehe er auch als Referent zur Verfügung.

Kontakt:
Michael Bergmann
Rodauer Str. 26
Tel.: 06251/ 706732
E-Mail: Michael-Bergmann@gmx.net


Text u. Foto: bet