28.09.13 Die Synode hatte die Wahl - Ein neuer Präses und ein neuer Dekan


Die beiden Leitungsämter im Evangelischen Dekanat Bergstraße sind neu besetzt. Arno Kreh ist der neue Dekan. Die Dekanatssynode wählte den 55jährigen bei ihrer Tagung in Bensheim bereits im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit. Er erhielt 53 von 102 abgegebenen Stimmen. Der unterlegene Kandidat Johannes Opfermann bekam 38 Stimmen. Es gab elf Enthaltungen.

Zum neuen Präses wurde Dr. Michael Wörner gewählt. Der 59jährige aus Einhausen war der einzige Kandidat. Für ihn votierten 97 Synodale. Es gab eine Gegenstimme und vier Enthaltungen. Er war bislang stellvertretender Präses und löst Axel Rothermel ab, der sein Amt nach über zehn Jahren zur Verfügung gestellt hatte. Michael Wörner kündigte an, er wolle die Beteiligungskultur seines Vorgängers, die Rede und Gegenrede ermögliche, fortsetzen. Der ehrenamtliche Präses und der hautamtliche Dekan leiten das Dekanat gemeinsam. Bei seiner Vorstellung betonte Michael Wörner aber: " Machen wir uns nichts vor. Der hauptamtliche Dekan ist der Wichtigere." Zur neuen stellvertretenden Präses wurde Irmgard Wagner aus Zwingenberg mit 99 Stimmen gewählt.

Arno Kreh ist derzeit als Pfarrer in Groß Umstadt tätig und im Dekanat Vorderer Odenwald stellvertretender Dekan. Bei seiner Vorstellungsrede sagte er: „Wir sind Mitarbeiter am Haus Gottes. Ich bewerbe mich, weil ich an diesem Haus mitbauen will." Er plädierte zudem für eine Kirche, die Kommunikationspartner für Gesellschaft und Politik ist. „Kirche sollte in der Öffentlichkeit präsent sein und wahrgenommen werden. Dazu gehöre auch die Aktion für den Schutz des freien Sonntags“, betonte der künftige Dekan, der sein Amt voraussichtlich im Januar kommenden Jahres antreten wird. Er wird dann Nachfolger von Ulrike Scherf, die seit Februar als Stellvertreterin des Kirchenpräsidenten das zweithöchste Amt in der Evangelischen Kirche von Hessen und Nassau (EKHN) innehat. Arno Kreh ist verheiratet und hat vier erwachsene Kinder. Auf die Frage eines Synodalen nach seinen Hobbies gab er Fußball und seine beiden Enkelkinder an. 

Die Starkenburger Pröpstin Karin Held wertete das Wahlergebnis als Beleg dafür, dass die  Bergsträßer Synode über „zwei sehr starke Kandidaten“ abstimmen konnte. Arno Kreh sagte nach seiner Wahl, er wolle alles daran setzten, auch diejenigen zu überzeugen, die ihn nicht gewählt haben.

Vor der Wahl hatte Pfarrerin Barbara Tarnow eine Erklärung von mehreren Pfarrerinnen und Pfarrern vorgetragen, in der der Verlauf des Wahlverfahrens in den vergangenen Monaten kritisiert wird. Wörtlich heißt es darin: „Der besonderen Herausforderung, dass die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber die gesetzliche Höchstzahl von drei Vorzuschlagenden überstieg, sind die beteiligten Gremien nicht gerecht geworden.“ Die Erklärung regt Änderungen für künftige Wahlverfahren an. Aus Sicht von Pröpstin Held war der ursprünglich vorgesehene Zeitplan für die Dekane-Wahl zu ehrgeizig gewesen. Das Verfahren habe sich wegen der zahlreichen Anhörungen in die Länge gezogen.

Den stärksten Applaus bei der Synodentagung erhielt der stellvertretende Dekan Hermann Birschel, der seit März neben seinem Pfarramt in Zotzenbach das Dekanat kommissarisch leitet. Die Synodalen würdigten damit seinen großen Arbeitseinsatz in den vergangenen Monaten.

Thematisch beschäftigte sich die Synode mit der Kreditgenossenschaft Oikocredit, die in über 70 Entwicklungsländern Hilfe zur Selbsthilfe gibt. Der Referent Michael Bergmann empfahl den Kirchengemeinden, sich mit dieser Form der Armutsbekämpfung auseinanderzusetzen. Darüber wird www.bergstrasse-evangelisch.de demnächst gesondert berichten.

Außerdem verabschiedete die Synode mit großer Mehrheit einen Antrag, der an die Kirchensynode der EKHN appelliert, angesichts des erwarteten Pfarrer/innen-Mangels die Werbung für den theologischen Nachwuchs zu verstärken. Ein weiterer Antrag der Gemeinden Alsbach und Jugenheim fand ebenfalls breite Zustimmung. Beide Gemeinden wollen mit Zwingenberg und Ober-Beerbach stärker kooperieren und eine so genannte pfarramtliche Verbindung eingehen. In dem Antrag fordern sie, dass ihnen dadurch kein Nachteil bei ihren Mitwirkungsmöglichkeiten in der Dekanatssynode entstehen dürfe.

Zu Beginn der Tagung sprachen Landrat Matthias Wilkes und Bensheims Bürgermeister Thorsten Herrmann Grußworte. Beide betonten die gute Zusammenarbeit zwischen Kirche und Politik im Kreis und in der Stadt und würdigten das gesellschaftliche und soziale Engagement evangelischer Christinnen und Christen.

 

Foto oben: Der neue Dekan und der neue Präses
2. Foto: Arno Kreh bei seiner Vorstellungsrede
3. Foto: Johannes Opfermann bei seiner Vorstellungsrede
4. Foto: Übergabe der Versammlungsglocke vom Alt-Präses an den neuen Präses
Foto unten: Die neue stellvertr. Präses Irmgard Wagner

Text u. Fotos: bet