03.09.13 "Eine neue Aufgabe im Weinberg des Herrn" - Präses Axel Rothermel gibt sein Amt auf


Für das Evangelische Dekanat Bergstraße hat er sich seit 15 Jahren engagiert, seit zehn Jahren als Vorsitzender des Dekanatssynodalvorstands und als Vorsitzender des regionalen Kirchenparlaments, der Dekanatssynode.  Am 27. September wird Präses Axel Rothermel sein Amt aufgeben.

Für ihn bedeutete sein Ehrenamt als Präses und sein Beruf als Abteilungsleiter bei einem Geldinstitut mitunter einen Spagat, der ihm allerdings geglückt ist. „Kirche hat viele Gesichter. Ich bin mit Gesundheit beschenkt und konnte zeigen, dass sich in der Kirche ganz normale Menschen engagieren können, die arbeiten und Sport treiben“, sagte der 44jährige, dem die demokratische Struktur der evangelischen Kirche wichtig ist. Jede und jeder könne sich einbringen, wählen und sich wählen lassen.

Als Bereicherung hat er die Gemeinschaft und die „facettenreiche Unterschiedlichkeit“ in den Kirchengemeinden erlebt. „Das ist ein großer Schatz. Mir ist viel gegeben worden“. Von seiner Kirche wünscht er sich, dass sie noch offener, noch einladender ist. „Wir sollten Volkskirche sein und stets auf die Menschen zugehen“.

Sein Credo: Kirche muss Position beziehen und Haltung zeigen.  Als Präses wollte sich Axel Rothermel nicht damit abfinden, dass die Gesellschaft immer weiter auseinanderdriftet. Diakonisches Handeln etwa für die Tafelarbeit ist ihm genauso wichtig wie politische Einmischung. „Mit der Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung haben wir einen politischen Akzent gesetzt, mit dem deutlich wurde, hier steht Kirche und zugleich gefragt wurde: wo stehst Du?“

1998 wurde Axel Rothermel erstmals in die Dekanatssynode gewählt. Damals gab es mit Bergstraße-Mitte und Bergstraße-Süd noch zwei Dekanate, die sich 2006 zu dem einen Evangelischen Dekanat Bergstraße zusammenschlossen. „Die Fusion ist geglückt. Wir haben die Ressourcen gebündelt, konnten effizienter arbeiten und haben eine gemeinsame Kultur entwickelt“, so die Bilanz des scheidenden Präses.

Die Dekanatssynode hatte ihn 2009 mit deutlichem Vertrauensvotum in seinem Amt bestätigt. Er erhielt 100 von 105 abgegebenen Stimmen. Für ihn ist es nach eigenen Angaben ein günstiger Zeitpunkt, jetzt zurückzutreten und nicht die volle Wahlperiode im Amt zu bleiben. Am 27. September wird ein neuer Dekan gewählt. Das Dekanat Bergstraße steht damit vor einem Neustart. Um nicht den Eindruck zu erwecken, er gebe sein Amt wegen des neuen Dekans auf, hatte er seinen Rücktritt bereits bei der letzten Tagung der Dekanatssynode im März angekündigt.

Axel Rothermel will sich weiter in der evangelischen Kirche engagieren und - wie er es formuliert – „eine neue Aufgabe im Weinberg des Herrn übernehmen“. Im nächsten Jahr möchte er eine Ausbildung zum Prädikanten beginnen. In Zukunft  wird man ihn also nicht mehr auf dem Podium der Dekanatssynode sehen, sondern auf der Kanzel.


Text u.Foto: bet