25.08.13 Festgottesdienst mit Kirchenpräsident Jung - 125 Jahre Heilig-Geist-Kirche in Heppenheim


Nicht das Kirchengebäude an sich ist entscheidend, sondern die Impulse, die von ihm ausgehen. Das war der allgemeine Tenor beim Festgottesdienst und dem anschließenden Empfang zum 125jährigen Bestehen der Heilig-Geist-Kirche in Heppenheim. Die Predigt hielt der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Volker Jung. (Foto oben)

„Menschen, die Christus nachfolgen, sind nicht diejenigen, die der Welt ihren Lauf lassen und zu allen Ja und Amen sagen“, erläuterte Jung die Jesu-Worte in der Bergpredigt ‚Ihr seid das Salz der Erde. Ihre seid das Licht der Welt'. Damit seien nicht einzelne, sondern alle aufgefordert, Licht in die Dunkelheit zu bringen und Verantwortung für die Welt zu übernehmen. Jung mahnte einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen an und lobte in diesem Zusammenhang den Besuch des Papstes im Flüchtlingslager auf der italienischen Insel Lampedusa. „Dort ist es dunkel, da muss Licht hin!“

Das Salz verliere seine Kraft, wenn sich Kirche nur noch um sich selbst drehe und der Glaube zu bloßer Innerlichkeit erklärt werde, betonte Jung. Vielmehr müsse das Salz manchmal auch in offene Wunden gestreut werden „Die Erde muss uns am Herzen liegen. Es kann uns nicht egal sein, wenn sie ausgebeutet und zerstört wird.“

Der Kirchenpräsident sprach sich zudem dafür aus, einen neuen Blick auf Homosexualität zu werfen. Er verteidigte die Entscheidung der EKHN, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen und sie als eingetragene Lebenspartner anzuerkennen. „Ich glaube, dass Homosexualität zu Gottes Schöpfung gehört. Wer eine Partnerschaft auf Dauer leben möchte, sollte dies auch mit Gottes Segen tun können“, sagte Jung in seiner Predigt in der Heilig-Geist-Kirche.

Der Festgottesdienst wurde musikalisch gestaltet vom Posaunenchor der Heilig-Geist-Gemeinde, dem Organisten Wolfgang Kopf und – das bezeichnete Kirchenvorstandsvorsitzende Christel Fuchs als „ökumenisches Geschenk“ – vom Singkreis der katholischen Nachbargemeinde St. Peter.


Mit einer Reproduktion von Vincent van Goghs Gemälde „Die Brücke von Langlois“ überreichte der Pfarrer von St. Peter, Thomas Meurer (Foto links mit Diakon Peter Jakob, Pfarrer Frank Sticksel und KV-Vorsitzende Christel Fuchs) ein zweites Geschenk als Symbol der guten ökumenischen Nachbarschaft. Das Bild zeigt zwei Halbbrücken, die sich zueinander neigen und Menschen den Weg ermöglichen. Es entstand 1888, dem Jahr, in dem auch die Heilig-Geist-Kirche fertig gestellt wurde. In seinem Grußwort sagte Pfarrer Meurer die Kirche sei eine „Aufladestation, um Kraft zu tanken, für den Dienst an der Welt“.

Als Tochtergemeinde der Heilig-Geist-Gemeinde bezeichnete Pfarrer Dominik Kanka (rechtes Foto) seine Christusgemeinde in Heppenheim, die seit 50 Jahren besteht. Er würdigte die gute Kooperation beider evangelischer Gemeinden etwa beim Konfirmandenunterricht und überreichte zum 125jährigen Jubiläum für die Krippe der Heilig-Geist-Gemeinde „ein Tochterschaf, das inzwischen groß geworden ist“.

Für das Evangelische Dekanat Bergstraße sprach Ute Gölz vom Dekanatssynodalvorstand (linkes Foto) ein Grußwort und schenkte der Gemeinde ein Senkblei, damit auch in Zukunft alles im Lot bleibe.

„Heilig-Geist steht für Integration“ sagte Heppenheims Bürgermeister, Rainer Burelbach, in seinem Grußwort. Er würdigte zudem die Qualität der Kinderbetreuung im gemeindeeigenen Oberlin-Kindergarten.

Zum  Abschluss lud die Gemeinde im Kirchgarten zum gemeinsamen Schlemmern am großen Festbuffet ein.

 

 

 

 

Text u. Fotos: bet