26.07.13 "Hey - ab in den Norden" - Deutsch-portugiesische Jugendbegegnung mit La-Ola-Welle


„Hey – ab in den Norden!“ – unter diesem Motto stand die diesjährige deutsch-portugiesische Jugendbegegnung. Nachdem letztes Jahr im Sommer eine Gruppe deutscher Jugendlicher aus dem Evangelischen Dekanat Bergstraße nach Cova e Gala in Portugal flog, kamen dieses Jahr neun portugiesische Jugendliche für die Rückbegegnung nach Deutschland.

Sie trafen dieses Mal auf eine zahlenmäßig überlegene deutsche Gruppe. Denn die Jugendbegegnung stand diesmal in Verbindung mit der Sommerfreizeit der Evangelischen Jugend Bergstraße an der mecklenburgischen Seenplatte.

Der Norden Deutschlands, fälschlicherweise oft als kalt und verregnet dargestellt, zeigte sich von seiner schönsten Seite, so dass vielen Strandausflügen zum See nichts im Wege stand. Auf dem Waldhof Bruchmühle übernachteten die Jugendlichen in sogenannten Waldnestern, kleinen Bungalows auf einem großen Hof mit Pferden, Hasen, Schafen und anderen Tieren.

Bei Ausritten in den Wäldern, Waldwanderungen mit einem Förster und abendlichen Lagerfeuern konnten sich die Jugendlichen einander annähern und erneut Sprachbarrieren überwinden. Einige von sowohl der deutschen als auch der portugiesischen Seite waren bereits das vierte Mal dabei, so dass schon die Begrüßung dementsprechend herzlich ausfiel, mit La-Ola-Welle und einem aus Menschen gebildeten „Olá“.
Neben einer ausgedehnten Rallye durch die umliegenden Wälder und Dörfer, teilweise sogar durch einen See, war ein Tagestrip nach Berlin ein besonderer Höhepunkt, da viele der Jugendlichen noch nie in der deutschen Hauptstadt waren. Ein weiterer Ausflug ging an den Strand nach Warnemünde bei Rostock, wo die Jugendbegegnung 2011 stattgefunden hatte, so dass viele Erinnerungen an die gemeinsame Zeit vor zwei Jahren geweckt wurden.

„Trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit der Deutschen stellte sich nach wenigen Tagen ein Gemeinschaftsgefühl ein. Es wurde besonders durch gemeinsames Singen, Volleyball spielen oder Schwimmen gestärkt“, berichtete die Dekanatsjugendreferentin Ulrike Schwahn, die die deutsch-portugiesische Jugendbegegnung mit der portugiesischen Pfarrerin Sandra Reis federführend organisiert. Ein Teil der deutschen Gruppe, die der ursprünglichen Sommerfreizeit, verließ Mecklenburg-Vorpommern etwas früher, so dass vier Tage mit nur den Jugendbegegnungsteilnehmern übrig blieben. In dieser Zeit versuchten die Jugendlichen, ihre Gefühle zum Thema Jugendbegegnung in einem Film auszudrücken. „Sie zeigten, dass sie nicht nur neue Freunde gefunden und viel Spaß gehabt hatten, sondern dass ihnen die Begegnung der Kulturen wichtig war. Sie betonten auch, dass sie selbst als Menschen an diesen Erfahrungen gewachsen sind“, fasste Ulrike Schwahn die Ergebnisse des Films zusammen. Das Vertrauen ineinander stellten sie zudem unter Beweis, als sie in Zweierteams einem sogenannten Wolfspfad folgten. Das bedeutet, dass sie nachts durch ein stockdunkles Waldstück wanderten und dabei nur kleine Leuchtstäbchen an Bäumen der Orientierung dienten.

Mit einem Freiluft-Gottesdienst auf dem Waldhof Bruchmühle gaben die Jugendlichen aus Deutschland und Portugal anderen Interessierten die Möglichkeit, etwas mehr über das Thema Jugendbegegnung zu lernen. Sie begleiteten die gesungenen Lieder, von denen eins im letzten Jahr in Portugal sogar selbst geschrieben wurde. In einem Anspiel zeigten die Jugendlichen, welche Schwierigkeiten sie im Laufe der Jahre überwunden haben und wie aus Fremden Freunde wurden, wie sie lernten, die fremde Kultur zu akzeptieren und wie sie sich jetzt jedes Jahr bereits darauf freuen, die jeweils andere Gruppe wieder zu sehen.

Der Abschied fiel allen zwar schwer, aber die Planung für die Jugendbegegnung in Portugal nächsten Sommer hat bereits begonnen, und so hieß es am Berliner Flughafen nicht nur „Tschüss“, sondern auch „Bis nächstes Jahr!“

 

Text u. Foto: Ev. Jugend